Obama und McCain haben ein Problem gemeinsam: den religiösen Wähler. In Kaliforniens Megakirche haben sie sich nun ein Beinahe-Duell um Amerikas Evangelikale geliefert.

Die Potenzial von Amerikas strenggläubigen Christen hat bereits George W. Bush für seine Wahlkämpfe genutzt. Auch Barack Obama und McCain wissen um die Macht der Evangelikalen. Doch sowohl der Demokrat Obama, der mit sehr viel religiöser Symbolik in seinen Reden aufwartet, als auch der Republikaner John McCain haben Probleme, das evangelikale Wählerpotential an sich zu binden.

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Das Beinahe-Duell: Bei ihrem Wahlkampfauftritt in Kaliforniens Megakirche wurden die beiden Präsidentschaftsbewerber Barack Obama und John McCain getrennt voneinander befragt. (© Foto: AP)

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Am Samstagabend nun haben sich beide bei einer medienwirksamen Veranstaltung den Fragen des einflussreichen Predigers Rick Warren in Kaliforniens Megakirche gestellt. Es war gleichzeitig der erste gemeinsame Wahlkampfauftritt der Rivalen.

So erklärte Obama Saddleback-Kirche in Lake Forest, er unterstütze das Recht einer Frau auf Abtreibung, wenngleich er sich für eine Reduzierung der Zahl der Abtreibungen einsetzen wolle. McCain wiederum sprach sich einmal mehr gegen Abtreibungen aus. Auf die Frage, was sein größter moralischer Fehler gewesen sei, nannte McCain das Scheitern seiner ersten Ehe.

Obama hingegen bezeichnete Erfahrungen mit Drogen und Alkohol in seiner Jugend als seine schlimmste Verfehlung. Zur Frage der staatlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaft von Homosexuellen unterstützte Obama die Zivilehe von Schwulen und Lesben.

Die Kandidaten traten bei der von dem evangelikalen Pastor Rick Warren moderierten Veranstaltung im kalifornischen Lake Forest nicht gegeneinander an, sondern trafen nur kurz zwischen ihren jeweiligen Auftritten aufeinander.

Mit beiden Präsidentschaftsbewerbern haben Amerikas Evangelikale so ihre Schwierigkeiten. So hat Haudegen McCain mit seinem Eintreten für die Stammzellforschung sowie mit unverblümter Kritik an führenden Evangelikalen in der Vergangenheit konservative Anhänger der Bewegung vor den Kopf gestoßen.

Obama musste sich dagegen von einem umstrittenen Pastor distanzieren, dessen Gemeinde er früher angehörte. Zudem sah sich der bekennende Christ wiederholt gezwungen, Gerüchte zurückzuweisen, wonach er Muslim sein soll. Nach einer kürzlich veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pew halten zwölf Prozent der US-Bürger Obama für einen Muslim.

Die Mitglieder konservativ-christlicher Kirchen in den USA haben in den vergangenen Jahren zunehmenden Einfluss auf die Politik erhalten. Ihre Unterstützung für George W. Bush galt als mitentscheidend für seine Wahlsiege vor vier und acht Jahren. Die Saddleback Kirche gehört mit 23.000 Mitgliedern zu den sogenannten Megakirchen in den USA.

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(Reuters/AP/hai)