Eine Außenansicht von Joseph Quinlan, Washington

Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele Europäer Bush nicht vermissen werden. Sie fiebern Obama entgegen - und übersehen dabei, wie gut es ihnen unter dem derzeitigen Präsidenten doch ging.

Der generelle Eindruck in Europa ist, dass die transatlantischen Beziehungen in der Zeit nach Bush nur besser werden können. Die Chancen, dass es so kommt, seien sogar noch größer, falls Europas Lieblingskandidat Barack Obama an diesem Dienstag auch gewinnt. Obamas Wahlkampf-Mantra - Change - erscheint vielen in Europa vernünftig. Jedoch könnte seine Präsidentschaft dort gefährlich aufgeblähte Erwartungen produzieren.

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Obama-Fan in Missouri: Was bringt der neue Präsident? (© Foto: AFP)

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Ob Demokrat oder Republikaner, der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird von einem Volk gewählt, das der ausländischen Verpflichtungen müde ist und die Segnungen der Globalisierung, einschließlich des grenzüberschreitenden Handels und der Kapitalströme, zunehmend skeptisch betrachtet.

Das Konsumklima in den Vereinigten Staaten ist so schlecht wie seit vier Jahrzehnten nicht mehr. Wenn der neue Bewohner des Weißen Hauses die argwöhnische und zerbrechliche Stimmung des Landes berücksichtigt, könnte es sein, dass er weniger offen und mehr nach innen gerichtet agieren wird, zumindest zu Beginn seiner Amtszeit.

Gefahr für die transatlantische Wirtschaft

Die meisten Kongressmitglieder haben diesen Stimmungswandel bereits aufgenommen und sind mehr als auf der Hut, wenn es um globale Geschäfte und Investitionen geht. Diese Konstellation wird die Fähigkeit der nächsten Regierung beeinträchtigen, bilaterale Handelsvereinbarungen abzuschließen. Und sie wird erschweren, dass es zu Fortschritten bei so grundlegenden Themen wie der Welthandelsrunde und regionalspezifischen Themen wie der Schaffung eines transatlantischen Marktplatzes kommt.

Zunehmender US-Protektionismus könnte die Weltwirtschaft im Allgemeinen und die transatlantische Wirtschaft im Besonderen unterminieren. Die Bande, die die transatlantische Wirtschaft zusammenhalten, haben sich ironischerweise unter der Bush-Regierung verfestigt. Nachdem die transatlantische Wirtschaft im Jahr 2002 aus einem zyklischen Abschwung hervorkam, erlebte sie eine Periode des Wachstums und des Fortschritts, wie es sie seit Jahrzehnten nicht mehr gab.

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