Obama in Afghanistan Irak hofft auf Truppenabzug ab 2010

Streit um Obamas16-Monats Plan: Zunächst ließ Regierungschef al-Maliki seine Befürwortung dementieren, jetzt unterstützt ein Regierungssprecher den Truppenabzugsplan Obamas.

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama ist am Montag im Rahmen seiner Nahost- und Europareise in Baghdad mit Iraks Ministerpräsident Nuri al-Maliki sowie US-Kommandeuren zusammengekommen.

Obama in Afghanistan

Barack Obama im Gespräch mit Iraks Regierungschef Nuri al-Maliki.

(Foto: Foto: dpa)

Über den Inhalt des Gesprächs wurden keine Details bekannt. Der irakische Regierungssprecher Ali al Dabbagh teilte aber mit, sein Land hoffe darauf, dass der US-Truppenrückzug aus dem Irak 2010 beginnen könne. Es sei aber nicht über Obamas Abzugsplan geredet worden, weil der Senator kein Regierungsamt habe. Obama erklärte nach der Begegnung mit Maliki, das Gespräch sei sehr konstruktiv gewesen.

Die Äußerung des Regierungssprechers aber entspricht einem Vorschlag Obamas, innerhalb von 16 Monaten mit dem Rückzug der US-Kampfeinheiten zu beginnen. Maliki hatte unlängst einen Zeitrahmen für den Abzug der US-Truppen ins Gespräch gebracht, was Obama begrüßte. Am Sonntag jedoch widersprach die irakische Regierung vom Spiegel veröffentlichten Interview-Äußerungen Malikis, er unterstütze Obamas 16-Monats-Plan. Das deutsche Nachrichtenmagazin habe Maliki falsch übersetzt. Der Spiegel blieb bei seiner Darstellung.

Mit der Äußerung, Baghdad hoffe, dass die US-Truppen das Land im Jahr 2010 verlassen, bekräftigt die Regierung nun ihren Wunsch. In dem Interview mit dem Spiegel sagte Maliki zu dem Plan Obamas, innerhalb von 16 Monaten die US-Truppen aus dem Irak abzuziehen: "Das, finden wir, wäre der richtige Zeitraum für den Abzug, geringe Abweichungen vorbehalten."

Irak ist nach Afghanistan Obamas zweite große Station auf der Mehrländer-Reise, mit der er im Wahlkampf sein außenpolitisches Profil schärfen will. Gerade auf diesem Feld beansprucht sein Rivale John McCain mehr Kompetenzen. Beim Auftakt der Reise am Wochenende in Afghanistan sprach sich der 46-jährige Obama für eine Verstärkung der US-Truppen in dem Land aus, da er die Lage dort als prekär und akut ansieht. Die USA sollten mit Planungen für eine Verlegung von US-Soldaten aus dem Irak nach Afghanistan beginnen.