Die Symbole sprechen eine klare Sprache. US-Präsident Barack Obama ist durch den Nahen Osten und Europa gereist, um Zeichen der Versöhnung zu setzen.
Barack Obama reist nie allein. Damit ist hier nicht die vielköpfige Entourage an Beratern und Sicherheitspersonal gemeint, die den US-Präsidenten auf Schritt und Tritt begleitet - nein, noch immer wird Obama auf Schritt und Tritt von dem Anspruch begleitet, etwas einzigartig Wegweisendes zu sagen und zu tun.
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US-Präsident Barack Obama umarmt Friedensnobelpreisträger und Buchenwald-Überlebenden Elie Wiesel nach seinem Besuch der KZ-Gedenkstätte. (© Foto: Reuters)
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Auf seiner Reise durch den Nahen Osten und Europa hat er es geschafft, die klare Botschaft an die Welt zu senden: Versöhnung und Vergebung ist möglich.
Die mit Spannung erwartete Grundsatzrede an der Kairoer Universität zum Verhältnis zwischen den USA und dem Islam war eine historische Solidaritätsadresse an alle Muslime.
In mehreren Punkten verdeutlichte Obama seinen Standpunkt: Er verurteilte gewaltbereite Extremisten - ohne sie als "Islamisten" zu bezeichnen, ein bedeutender Unterschied zu der Wortwahl seiner Vorgänger.
Weiter forderte Obama das Ende des israelischen Siedlungsbaus, eine deutliche Ansage. Doch sein gleichzeitiges Verständnis für das Sicherheitsbedürfnis Israels, die Betonung der besonderen Beziehung zwischen den USA und Israel und der Besuch der deutschen KZ-Gedenkstätte Buchenwald am Tag darauf, schafften sofort wieder den Ausgleich.
In Kairo hielt er auch ein flammendes Plädoyer für Demokratie und Menschenrechte und hob besonders die Situation der Frauen heraus: "Unsere Töchter", sagte Obama, "können genauso viel zur Gesellschaft beitragen wie unsere Söhne."
Es ist bezeichnend, dass das Thema Gleichberechtigung in einer Grundsatzrede des US-Präsidenten ebenso viel Raum einnahm wie der Nahost-Konflikt. Es zeigt, dass Obama sich im Klaren ist über die Zusammenhänge von internationaler Politik und gesellschaftlichen Veränderungen.
Er verurteilte die Vorurteile, die die islamische Welt in vielen Teilen gegenüber Amerika hegt - und prangerte im selben Atemzug die Vorurteile an, die in den USA oft das Verhältnis zu Muslimen bestimmen.
Es war, wie die Washington Post schreibt, "eine eloquente Verteidigung von Amerikas Werten und Zielen". Und das in einer Region, in der die Vereinigten Staaten bisher wenig getan hatten, um sich zu erklären.
Weltweit ist die Kairoer Rede mit Wohlwollen oder sogar Begeisterung aufgenommen worden. Unmut regte sich bei den amerikanischen Konservativen. Sie warfen Obama wegen seiner Aussage zur Siedlungspolitik Israelfeindlichkeit vor.
Auch der Stopp des US-Präsidenten in Dresden gefiel der republikanischen Rechten nicht. Schon im Vorfeld kritisierten sie, der Besuch käme einer Entschuldigung für die amerikanische Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg gleich.
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