Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama tourt durch die Welt, er will außenpolitische Kompetenz demonstrieren. US-Medien halten das für durchschaubar - und warnen, der Schuss könne nach hinten losgehen.
Der Wahlkampf in den USA um das Präsidentenamt wird früh sehr fern von Washington geführt, in Afghanistan, im Irak und Europa. Die amerikanischen Medien schauen genau, wie sich Barack Obama gibt, der designierte Kandidat der Demokraten. Seine außenpolitischen Einlassungen werden bis ins Letzte analysiert. Was würde ein Präsident Obama beispielsweise mit den US-Truppen machen?
Barack Obama kommt am Büro des irakischen Premierminister Nuri al-Maliki an. (© Foto: dpa)
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An diesem Montag ist er im Irak, wo nach wie vor etwa 150.000 US-Soldaten stationiert sind. Dabei stand auch ein Treffen mit Iraks Premierminister Nuri al-Maliki auf dem Plan, der Obamas Plan, die US-Truppen von Januar 2009 an innerhalb von 16 Monaten abzuziehen, im Spiegel "als richtigen Zeitraum für den Abzug" bezeichnete - und damit vor allem in den USA für großes Aufsehen sorgte. So großes, dass al-Maliki Helfer vorschickte, die nun behaupten, er sei falsch übersetzt worden.
Die Forderung, die US-Truppen aus dem Irak innerhalb von 16 Monaten abzuziehen, hat Obama aber mit einer kleinen Einschränkung verbunden: Es sollen dauerhaft US-Soldaten dort stationiert bleiben, um Überbleibsel der al-Qaida zu bekämpfen, US-Botschaft und Diplomaten zu schützen und die irakische Armee weiter auszubilden. Wie groß diese Rest-Truppe sein soll, sagte Obama natürlich nicht. Washington Post-Kolumnist Robert Novak vermutet, dass die Öffentlichkeit ganz genau darauf schauen wird, zu welchem Ergebnis Obama in dieser Frage kommt, nachdem er sich im Irak mit General David Petraeus getroffen hat. Doch Novak sieht in Obamas Reise noch viel mehr: einen Teil der Antwort auf die Frage, ob Obama ein guter Anführer ist.
Deutlichere Worte findet die konservative New York Post: Sie lässt kein gutes Haar an Obamas Irak-Politik: Bis vor kurzem sei er der Meinung gewesen, dass die Truppenverstärkung ein Fehler gewesen sei. "Nun weiß er es besser, weswegen seine Helfer schnell alle Beiträge, die Obama als Gegner der Verstärkung zeigen, von seiner Wahlkampfseite nehmen", unterstellt die Zeitung, die im amerikanischen Irak-Engagement einen Erfolg sieht. Einen Erfolg, der zu "fragil ist, um ihn durch einen überstürzten Abzug zu gefährden", schließt der Obama-Kommentar.
Lesen Sie auf Seite zwei, welcher Kommentator Obama Selbstüberschätzung vorwirft.
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Szene München
Ich kenne weder Obama noch MCain gut genug um ein fundiertes Urteil abgeben zu können, aber: aus reinem Bauchgefühl (gebe ich gerne zu!) heraus, habe ich den Eindruck, daß Obama das Rad neu erfinden will.
Was für MCain spricht, ist, daß er - obwohl in derselben Partei - ein Gegner von Bush ist und selber im Krieg war (und selbst gefoltert wurde, wenn man glauben kann / darf, was so alles über ihn geschrieben wird). Man kann also durchaus gespannt sein, wie die Wahlen ausgehen! Und die Demokraten haben - vielleicht ? - den falschen Kandidaten gekürt.....
Aber was die fehlende Auslandserfahrung von Obama anbelangt, bei Bush war es dasselbe und das hat die Wahler auch nicht davon abgehalten, ihn zum Präsidenten zu machen, das Ergebnis der Wahlen wird - glaube ich - sehr eng!
Und als Deutsche hoffe ich, daß sich unsere Regierung nicht - noch mehr - in einen Krieg hineinziehen läßt, den das Volk nicht will, nie gewollt hat - weil er auf Lügen begründet ist! Egal, wer in Amerika das Rennen macht, ein bisschen mehr Rückgrat sollte man von unseren Repräsentanten schon erwarten dürfen. Sie sollten sich alle samt und sonders die Eidformel noch einmal bewußt durchlesen!
Ich bin teilweise wirklich entsetzt wie sehr sich die Deutschen in den US-Präsidentschaftswahlkampf einmischen - als wenn es um ihren eigenen Präsidenten geht - aber es ist ja immer einfacher über andere zu urteilen..... Ich selbst bin Amerikanerin, bin jedoch hier in Deutschland aufgewachsen und lebe hier momentan mit meinem Mann. Mir kommt es seit Präsident Bush so vor, dass alles was nicht Republikaner ist automatisch gut ist. Es tut mir sehr leid aber neben dem karismatischen Auftreten finde ich persönlich nicht, dass ein Herr Obama politisch sonderlich viel zu bieten hat. Er hat keinerlei Auslandserfahrung und versucht jetzt krampfhaft auf seiner "Welttournee" Boden gut zumachen. Im Punkt Irak und Afghanistan sagte er noch vor ein paar Monaten im Kodak Theathre in LA, dass er die Truppen so schnell wie möglich abziehen will. Heute will er sie dort aufstocken und da abziehen. Ich selbst bin in einer Militärfamilie aufgewachsen und mein Mann war schon im Irak und in Afghanistan stationiert, wir wissen wie's läuft und wir brauchen niemand der uns diese Situation schön malt. Da ist mir Herr McCain wesentlich leiber, er ist ein sowohl innenpolitisch als auch außenpolitisch sehr erfahrener Mann, ein Ex-Militärangehöriger der einem nicht vormacht von heute auf morgen mal schnell 200 000 Mann aus einem Kriegsgebiet abzuziehen. Er erkennt aufgrund seiner Erfahrung die Zeichen der Zeit!
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Es geht nicht um Angst. Es geht darum, dass Jüngere oft größere Hardliner werden als man das je gedacht hat. Allein die sicherheitspolitischen Berater sind alles andere als Gutmenschen
Also wenn alle so ein Glöckchen in die Hand nehmen, mit denen man auch Tote wieder lebendig macht, dann sollen die totgesagten Werte der 68er demnächst wenigstens von Amerika aus verbreitet werden. Totenglocke, Freiheitsglocke etc.
Es ist alles so paradox geworden in dieser Welt. Die Angstlust er könnte gewinnen und viel verändern, was ja eigentlich alle wollen, ist plötzlich soviel stärker als die Tradition. Es soll doch nichts mehr gleich bleiben, hiess es die ganze Zeit.
Ich hoffe nur, dass sich die Menschen in Amerika von ihren lieben Miesepetern nix vormachen lassen und dass die Lust Obama ne Chance zu geben sich eher noch steigert.
Paging