NSU-Prozess Zschäpe-Anwältin Sturm wechselt Kanzlei

Es war ein "Killermandat", das die Verteidigerin von Beate Zschäpe dazu trieb, ihre Kanzlei zu verlassen. Anwältin Anja Sturm wechselt am Donnerstag von Berlin nach Köln - Hintergrund ist die Kritik an der Übernahme des Mandats für die mutmaßliche Rechtsterroristin.

Die Verteidigerin der NSU-Hauptangeklagten Beate Zschäpe wechselt die Kanzlei und zieht von Berlin nach Köln. Sie werde vom 1. August an gemeinsam mit Wolfgang Heer in einer Kanzlei arbeiten, sagte Zschäpe-Anwältin Anja Sturm. Beide vertreten die mutmaßliche Rechtsterroristin gemeinsam mit dem Koblenzer Anwalt Wolfgang Stahl im Prozess vor dem Oberlandesgericht München.

Wie der Tagesspiegel berichtet, soll es in Sturms bisheriger Berliner Kanzlei Kritik daran gegeben haben, dass die Anwältin die Verteidigung Zschäpes übernommen hat. Sie sei darüber "sehr enttäuscht gewesen", sagte Sturm dem Blatt. Der Mitgründer ihrer bisherigen Kanzlei, Axel Weimann, gab zu, sich beruflich und privat immer wieder wegen des Zschäpe-Mandats rechtfertigen zu müssen, das er selbst "niemals angenommen hätte".

Sturm war demnach auch bei den linken Mitgliedern der Vereinigung Berliner Strafverteidiger unter Druck geraten und in der Folge bei den Vorstandswahlen im Januar durchgefallen. Viele verübelten ihr die Verteidigung der Rechtsextremistin, manch ein Anwalt spricht in dem Zusammenhang von einem " Killermandat".