NSU-Prozess: Was bisher geschah Anträge, Anklage und Zoff um Gelächter

Die Tochter eines Opfers der NSU-Mordserie wird vor dem Gericht in München von Journalisten umringt

(Foto: dpa)

Zehn Morde, 15 Raubüberfälle und zwei Bombenanschläge: Die Anklage wurden verlesen und zahlreiche Anträge abgelehnt, nun wird es ernst - Beate Zschäpe und vier mutmaßlichen Terrorhelfer können sich erstmals zu Wort melden. In München hat der NSU-Prozess begonnen. Was bisher geschah.

Von Anna Fischhaber

Die erste komplette Sitzungswoche ist geschafft, die Anklage verlesen. In München hat der NSU-Prozess begonnen. Vor dem Gericht gab es zunächst Tumulte, nun ist es dort ruhiger geworden. Im Verhandlungssaal treiben die Anwälte derweil ihre Machtspiele - es wird über ein Lachverbot gestritten, über Mikrophone und Befangenheitsanträge und über einen zweiten NSU-Prozess. Inzwischen hat der Vorsitzende Richter Götzl einige der Anträge abgelehnt. Und die Angeklagten? Beate Zschäpe präsentierte sich zunächst gelöst, inzwischen wirkt sie zunehmend angespannt. Der mutmaßliche NSU-Helfer André E. zeigt sich nach wie vor gut gelaunt und begrüßt auf der Zuschauerempore immer wieder seinen Bruder - der soll ebenfalls der rechten Szene nahestehen. Und Carsten S., dem Beihilfe zum Mord vorgeworfen wird, hat angekündigt: "Ich werde aussagen." An diesem Dienstag geht der Prozess nach der fast dreiwöchigen Pfingstpause weiter - dann können sich erstmals die Angeklagten zu den Vorwürfen äußern. Was bisher geschah: Eine Rekonstruktion per Storify - mit Tweets, Bildern und Videos.