NSU-Prozess im Wortlaut "Frau Zschäpe möchte selbst etwas sagen"

Richter Manfred Götzl leitet den NSU-Prozess am Oberlandesgericht München. Antonia von der Behrens, eine von 80 Anwälten der Nebenklage, vertritt die Angehörigen von Mehmet Kubaşık.

(Foto: Florian Süssmayr)

Das vierte Jahr des NSU-Prozesses am Oberlandesgericht München war geprägt von den Aussagen der Angeklagten. Auch Beate Zschäpe, die lange geschwiegen hatte, ergriff am 313. Prozesstag das Wort. Wie in den Vorjahren dokumentiert das SZ-Magazin das Verfahren mit den Originaläußerungen der Prozessteilnehmer.

Von Annette Ramelsberger, Wiebke Ramm, Tanjev Schultz und Rainer Stadler, SZ-Magazin

Tag 254, 13. Januar

Manfred Götzl, 62, Richter. Ralf Wohlleben, Angeklagter.

(Nach der Einlassung von Ralf Wohl­leben vor Weihnachten, in der er alle Schuld­vorwürfe bestritt, beginnt nun die Befrag­ung des Angeklagten durch den Richter.)

Götzl: Vielleicht beginnen wir mit dem, was Sie zu Ihrem politischen Werdegang gesagt haben. Sie hatten angegeben, dass Sie zur Wendezeit auch an Montagsdemonstrationen in Jena beteiligt waren und sich Lagern angeschlossen hatten, ohne dass eine gefestigte Meinung dahinterstand. Was ist damit gemeint?

Wohlleben: Ich ...