NSA-Enthüllungen Whistleblower-Anwälte verhandeln über Snowdens Rückkehr in die USA

Seit eineinhalb Jahren wohnt Edward Snowden in Russland. 2014 bekam er eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre, doch er will zurück in seine Heimat. Anwälte aus Russland, den USA und Deutschland verhandeln nun über seine Rückkehr.

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden würde laut seinem russischen Anwalt gerne in sein Heimatland zurückkehren. "Er hat große Lust, zurückzukehren und wir tun alles in unserer Macht stehende, um dies zu ermöglichen", sagte Anatoli Kutscherena bei einer Pressekonferenz in Moskau. Snowdens Anwälte seien dabei, "die rechtlichen Fragen" für seine Rückkehr in die USA zu klären. Auch Juristen aus den USA und Deutschland seien damit befasst. Kutscherena selbst sei an den Verhandlungen auf russischer Seite beteiligt.

Snowden hatte im Sommer 2013 nach der Enthüllung der geheimen Überwachung der Internet- und Telefonkommunikation durch die US-Geheimdienste Zuflucht in Russland erhalten. Im vergangenen Sommer erhielt er dann eine dreijährige Aufenthaltsgenehmigung. Der Ex-NSA-Mitarbeiter hatte selbst zuvor erklärt, er werde nach Amerika zurückkehren, wenn man ihm ein faires Gerichtsverfahren garantiere.

Über das Leben des früheren Beraters des US-Geheimdienstes NSA in Moskau ist kaum etwas bekannt. Kutscherena sagte, Snowden "kauft ein, reist und besucht Museen". In der Öffentlichkeit bewege er sich mit Leibwächtern. Russischen Gesetzen zufolge hat Snowden das Recht, bis zu drei Monate ins Ausland zu reisen und dann nach Russland zurückzukehren. Nach insgesamt fünf Jahren habe er zudem die Möglichkeit, die russische Staatsbürgerschaft zu beantragen, hieß es.

Von den USA wird Snowden wegen Spionage und Diebstahl tausender geheimer Dokumente gesucht. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm bis zu 30 Jahre Haft. Von vielen US-Politikern wird er wegen seiner Enthüllungen als "Verräter" betrachtet.