Anton Malloth

Der 1912 geborene SS-Aufseher Anton Malloth hatte 1943 im Gestapo-Gefängnis Theresienstadt einen Gefangenen zu Tode geprügelt und auf einen anderen geschossen. Jahrzehntelang lebte er unbehelligt in Südtirol. 1988 wurde er nach Deutschland ausgewiesen und zog in ein Seniorenheim in Pullach bei München. Erst im Jahr 2000 wurde er von der Staatsanwaltschaft angeklagt und 2001 vom Münchner Schwurgericht zu lebenslanger Haft verurteilt. Malloth litt an Speiseröhrenkrebs, Ärzte hatten ihn aber als verhandlungsfähig eingestuft. Jedem potentiellen Täter müsse klar sein, dass er "bis ans Ende seiner Tage" zur Rechenschaft gezogen werden könne, sagte der Vorsitzende Richter damals in der Urteilsbegründung. Im Oktober 2002 wurde Malloth für haftunfähig erklärt und entlassen. Zehn Tage später starb er.

(Foto: AP)

15. April 2009, 19:52 2009-04-15 19:52:00