Sylvia Löhrmann, Spitzenkandidatin der Grünen in Nordrhein-Westfalen, über ihre Steuerpläne, die Crux der Schuldenbremse, Fehler von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers - und Chancen für ein schwarz-grünes Experiment.
Sylvia Löhrmann ist Spitzenkandidatin der Grünen bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai. Seit 2000 führt die 53-Jährige die Landtagsfraktion der Grünen in NRW.
Ringen um Stimmen vor der Wahl: Sylvia Löhrmann und Jürgen Rüttgers (© Foto: dpa)
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sueddeutsche.de: Frau Löhrmann, herzlichen Glückwunsch, die Grünen in NRW liegen in Umfragen satt im zweistelligen Bereich ohne erkennbar etwas dafür getan zu haben. Haben Sie eine Erklärung für dieses kleine Wunder?
Sylvia Löhrmann: Das ist kein Wunder. Wir haben als Grüne in Nordrhein-Westfalen beständig und erkennbar gut an Zukunftsthemen gearbeitet. Das sind die Themen Bildung, Energiewende und die kommunalen Finanzen. Wir werden als berechenbarer und glaubwürdiger Faktor in der Politik wahrgenommen. Aber natürlich kommt hinzu die katastrophale Politik der schwarz-gelben Regierung im Land, die zu einer sozialen Spaltung geführt hat, und die Chaoskoalition in Berlin. Ich gehe davon aus, dass uns all das zu einem zweistelligen Ergebnis führen wird.
sueddeutsche.de: Andere Parteien machen große Wahlversprechen. Zumindest die FDP hatte damit bei der Bundestagswahl großen Erfolg. Ist es nicht ein Risiko, diese Karte nicht zu spielen?
Löhrmann: Auch wir geben natürlich Wahlversprechen ab, genau genommen - Zukunftsversprechen. Wir wollen etwa ein ideales Bildungssystem in Nordrhein-Westfalen schaffen. Anders aber als die FDP wollen wir unsere Ziele mit und nicht gegen die Menschen umsetzen.
sueddeutsche.de: Das heißt?
Löhrmann: Die Menschen haben es satt, in Bund und Land einen Reformhype nach dem anderen erdulden zu müssen, die dann doch in die Hose gehen. Das sieht man zum Beispiel etwa an dem Turboabitur, das die Landesregierung mit vielen Mängeln Hals über Kopf durchgeboxt hat.
sueddeutsche.de: Sie kündigen doch auch Schulreformen an. Warum sollten die Menschen Ihnen mehr Glauben schenken?
Löhrmann: Natürlich halten wir längeres gemeinsames Lernen für besser als das selektive mehrgliedrige Schulsystem. Aber wir wollen das eben nicht von oben herab durchdrücken, sondern den Kommunen und Schulen die Möglichkeit geben, diesen Entwicklungsprozess in größtmöglichem Konsens zu gestalten. Das heißt, Bildungsgänge vor Ort in Gemeinschaftsschulen zusammenzuführen, und zwar einschließlich gymnasialer Standards. Das wollen die Eltern, die sinkenden Schülerzahlen erhöhen den Handlungsdruck. Es geht darum, vernünftige Reformprozesse nachvollziehbar einzuleiten.
sueddeutsche.de: In den kommenden Jahren wird die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse die Landeshaushalte knebeln. Wie wollen Sie damit umgehen?
Löhrmann: Zuerst brauchen wir am 9. Mai ein Stoppsignal gegen weitere Steuersenkungen. Das wird es nur geben, wenn Schwarz-Gelb in NRW abgewählt wird.
sueddeutsche.de: Steuersenkungen zu verhindern schafft weder Mehreinnahmen noch wird effektiv gespart.
Löhrmann: Alle öffentlichen Haushalte sind strukturell unterfinanziert. Wir sind für eine Vermögensabgabe und einen höheren Spitzensteuersatz. Starke Schultern müssen mehr tragen. Im Land werden wir dafür sorgen, dass mehr Steuerprüfer eingestellt werden. Das rechnet sich sofort.
sueddeutsche.de: Mit Verlaub: Die Schuldenbremse verlangt von den Ländern Milliardensummen, die eingespart werden müssen. Ihre Vorschläge werden das Problem vielleicht lindern, aber nicht lösen. Sparen ist in den Dimensionen kaum mehr möglich. Ihnen bleibt nur, massiv die Steuern zu erhöhen oder die Schuldenbremse zu lockern, um mit mehr Schulden die notwendigen Ausgaben bestreiten zu können und auf bessere Zeiten zu hoffen. Was ist Ihr Weg?
Löhrmann: Schwarz-Gelb hat eine völlig verfahrene Situation in der Haushaltspolitik verursacht. Selbst Nordrhein-Westfalens CDU-Finanzminister Helmut Linssen sagt, dass ein ausgeglichener Haushalt nicht vor 2020 möglich sein wird.
sueddeutsche.de: Ist das auch Ihre Position?
Löhrmann: Nein, aber wir müssen das Instrument der Schuldenbremse kritisch hinterfragen. Ich sehe derzeit nicht, wie sie überhaupt einzuhalten ist, zumal die Länder so gut wie keinen Einfluss auf ihre Einnahmen haben. In vielen Kommunen ist es jetzt schon so, dass sie alle freiwilligen Leistungen auf null kürzen können und immer noch vor dem Bankrott stehen.
sueddeutsche.de: Was muss geschehen?
Löhrmann: Wir brauchen eine Verständigung von Bund, Ländern und Gemeinden, wie wir die schwierige Finanzsituation nachhaltig verbessern können. Ich hoffe, dass das Ergebnis der NRW-Wahl auch in der Bundesregierung die Bereitschaft wachsen lässt, darüber zu reden.
sueddeutsche.de: Sie wollen Ihre Pläne am liebsten in einer rot-grünen Landesregierung umsetzen. Die Umfragen lassen eher auf ein Patt schließen, mit dem weder Schwarz-Gelb noch Rot-Grün eine Mehrheit hätten. Verbindet Sie genug mit Jürgen Rüttgers, um mit ihm im Zweifel ein schwarz-grünes Experiment zu wagen?
Löhrmann: Wir kämpfen für Rot-Grün, und Rot-Grün ist möglich. Das ist unsere Wunschkonstellation. Wenn das nicht reicht, sind wir bereit, andere Optionen zu prüfen. Maßstab ist eine handlungsfähige Regierung mit einem Maximum an grünen Inhalten. Ausgeschlossen haben wir ein Jamaika-Bündnis mit CDU und FDP und eine Tolerierung durch die Linkspartei.
Lesen Sie auf Seite 2, welche Gemeinsamkeiten Löhrmann mit der CDU sieht - und was Sie von den Linken als möglichem Koalitionspartner hält.
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Szene München
Zweistelliges Ergebnis nach Umfragen, wie kommt das?
..... daß endlich in der SPD der Mut aufgebracht wird zu veröffentlichen, ein Bündnis mit den LINKEN zu wollen. Gebt denen eine Chance. Vielleicht rekrutiert sich aus dem Bündnis ro/rot/grün endlich wieder eine echte SPD.
Was soll denn das Gerede von ehemaliger SED Partei ? Das ist 20 Jahre her.
Alles, was die SPD in vielen Jahren i.V.m. den Gewerkschaften erreicht hat, ist durch CDU und FDP vernichtet worden. Und wißt Ihr eigentlich noch, wer uns den EURO untergejubelt hat ? Denkt bei der Wahl auch daran.
Und ziemlich viele, die hier schreiben, auch.
Dabei ist das alles Einerlei und einfädelte Sache. Die Zentralregierung sorgt für Abwechslung. Im Inneren ändert sich nichts. Darauf käm`s an. Eigentlich müßte das längst durchschaut sein. Tut es aber nicht. _____r.k.
Vollzeitjobs killen indem sie Hartz 4 Empfänger Grundgesetzwidrigerweise in Zeitarbeitsfirmen pressen will.
Bei mir taucht da unter anderem auch die Frage auf in wie weit die CDU gaaanz zufällig von solchen Firmen Spenden bekommen hat und inwieweit da Bekanntschaften mit den Bossen dieser Firmen eine Rolle spielen.
www.welt.de/wirtschaft/article7014873/Union-will-Hartz-IV-Empfaenger-zu-Zeitarbeit-zwingen.html
31. März 2010. Der Petition lehnt die Veröffentlichung einer Petition von Jörg Tauss (Nixblog) ab in der gefordert wurde "dem Eindruck einer zunehmenden Verflechtung von Geld und Politik" unter anderem durch eine Unterschrift unter die Anti-Korruptions-Konvention entgegenzutreten (Telepolis).
28. März 2010. Der Bundestag verweigert seit 7 Jahren die Unterschrift unter die Anti-Korruptions-Konvention. In der Zwischenzeit haben sogar Entwicklungsländer strengere Vorschriften als Deutschland (Welt).
nix.over-blog.de/article-26896664.html
Das war das Motto von Herr Rüttgers als er noch Zukunftsminister von Kohls Gnaden war.
Man könnte meinen, es wäre gerade egal wer regiert aber bei allem Verständnis für Kritik an den ausgewaschenen Grünen: die Themen, die heute und vor 30 Jahren am wichtigsten waren sind ihre Themen. Ihr Sachverstand ist bis hinab in die Kommunal-politik am größten, die Strukturen am demokratischsten - immer im Vergleich.
Weitermachen wie bisher, also CDU+FDP (+SPD):
- Energiemonopololigarchen weiter stärken, überteuerte (KohleKW-)Strukturen bauen lassen auf dass die Energiewende weiter auf den St. Nimmerleinstag verschoben werden muss.
- AKW's samt "Ent-sorgung" weiterlaufen lassen, egal ob Asse absäuft oder nicht, wir können bei Strahlung ja Jodtabletten essen
- 30-jähriges Bildungsdesaster am Leben erhalten und die wertvollste Ressource die wir bzw. unsere Nachkommen habe einfach weiter sinnlos verschwenden
- Verbraucherschutz weiter schwächen, Genanabu zulassen, Nanoindustrie aufbauen owbohl die Risiken unkalkulierbar sind
und und und...die Liste läßt sich bin...fortführen.
Ne, liebe Leute, die "netten, treuherzig dreinblickenden Onkels a la Rüttler und Pinkewarte" das funktioniert nicht mehr. Das war gestern. Aber man staunt ja immer wieder über die Klugheit von A. Einstein: " 2 Dinge sind unendlich: das Weltall....und die menschliche Dummheit."
Lasst mal schön die ran, die nun nachweislich wenn üebrhaupt am wenigsten Dreck am Stecken haben und richtig eingenordet sind.
Der Nano-Rüttger hat ausgedient, wir wissen jetzt, dass man kein Fsich sein muss, damit alles an einem abtropft.
Paging