Die Düsseldorfer Staatskanzlei wurde Kampfinstrument der CDU. Nun muss Ministerpräsident Rüttgers seinen Intimus opfern - oder das Versöhner-Image ist vollends zerstört.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ist ein Freund der Arbeitsteilung. Als CDU-Landesvorsitzender überlässt er das Rabaukentum seinem Generalsekretär, und er mimt den gütigen Landesvater.
Seit 2005 Ministerpräsident an Rhein und Ruhr: Jürgen Rüttgers (© Foto: dpa)
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Sein ganzer Habitus erinnert an Johannes Rau und dessen politisches Verständnis vom "Versöhnen statt spalten". Diese Maskerade war für Rüttgers lange Zeit sehr bequem und auch erfolgreich.
Als sein Generalsekretär Hendrik Wüst jüngst die Video-Beobachtung der SPD-Oppositionsführerin Hannelore Kraft als "normale und seit Jahren gängige Praxis" verteidigte, beruhigte Rüttgers die Gemüter nur zwei Tage später mit Verweis auf den großen sozialdemokratischen Vorgänger Rau: Der "hätte alle Parteien aufgefordert, damit sofort aufzuhören", so Rüttgers.
Bei Rau wäre "eine Abteilung Feindbeobachtung" undenkbar gewesen. In der Staatskanzlei aber, der Machtzentrale des Ministerpräsidenten, war es offenkundig nicht so weit her mit der vornehmen Distanz.
Da wurde aus einer zur Neutralität verpflichteten Staatskanzlei ein Kampfinstrument der regierenden CDU, da wurden die Video-Täter der Partei angefeuert und gemaßregelt.
Die Affäre um die Einflussnahme des Abteilungsleiters Boris Berger erreicht nun auch den Regierungschef, denn Berger zählt zu den wenigen Vertrauten des misstrauischen Rüttgers.
Was der Ministerpräsident persönlich gewusst hat, wird sich kaum klären lassen, aber die politische Verantwortung für das Geschehen liegt bei ihm. Wenn er sein durch die Rumänen-Schelte ohnehin ramponiertes Versöhner-Image nicht vollends zerstören will, muss er seinen Intimus opfern.
Die Zeit der Maskerade ist vorbei.
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(SZ vom 24. September 2009/odg)
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Machen Sie so etwas wie Windkanalübungen in diesem Forum - darauf muss man erst mal kommen. Viel Spass noch.
Rüttgers, der linke Flüger?
HerrGott, was ist denn dann der rechte Flügel?
der CDU geht es munter zu. Die gegnerischen CDU-Truppen bringen sich in Stellung. Schafft Merkel nicht den Wechsel, dürfte ein Putsch wahrscheinlich werden. Rüttgers, der selbsternannte Arbeiterführer und dem linken CDU-Lager zugerechnet, wird vorsorglich schon mal wund geschossen. Das Lancieren von brisantem Internum ist dabei ein probates Mittel. Er soll einem Merkel-Nachfolger aus dem März-Lager nicht mehr gefährlich werden. Gelingt es den Putschisten nicht, die Oberhand zu gewinnen, dürfte auch eine Spaltung der Partei im Bereich des Möglichen liegen.
Zitat binschonda: "Stasi-Partei - Ja ja, da haben die Schwarzen viel gelernt von der DDR. "
Ist doch kein Wunder, bei DER großen Staatsratsvorsitzenden. Gelernt ist gelernt.
Von @pira26 ist man ja allerhand Konfuses gewöhnt, aber die folgende Bemerkung ist ja wohl ein mächtiger Stuss:
SPD Linksgrüne = Demagogenpartei
Aber sicherlich geht#s noch doller, man muss nur Geduld haben.
Paging