Wer wissen will, was die NPD plant, muss keine Wanzen oder V-Männer einsetzen. Ein Blick ins Programm zeigt den wahren Charakter der Partei.
Wenn an diesem Donnerstag im Berlin-Pankower Ortsteil Heinersdorf die Khadija-Moschee eröffnet wird, will die NPD protestieren - mal wieder. Islamische Gebetshäuser gelten der Partei als Vorboten einer "Überfremdung", die Deutschland "durch kultur- und rassefremde Menschen" drohe.
Das nationalsozialistische Menschenbild der NPD ist eindeutig: "Der Mensch existiert nur in seiner je unterschiedlichen ethnisch-kulturellen Prägung und damit als Angehöriger eines bestimmten Volkes." (© Foto: ddp)
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In den Ideen, die sie dazu entwickelt hat, wie mit diesen Menschen zu verfahren ist, zeigt sich deutlich: Die NPD ist eine nationalsozialistische Partei. Wie die NSDAP gehört sie zu einer Gruppe rechtsextremistischer Parteien, deren Programmatik eine völkische Ausrichtung mit einer starken Betonung sozialstaatlicher Elemente und dem Streben nach einer staatlichen Kontrolle der Wirtschaft kombiniert.
Das heißt nicht, dass es keine bedeutsamen Unterschiede zwischen der historischen NSDAP und der NPD gibt. Doch die gibt es auch in anderen Parteienfamilien. Auch die SPD der Weimarer Republik und die heutige Steinmeier-SPD haben keine identische Programmatik.
Wer die NPD als nationalsozialistisch bezeichnet, klebt ihr kein fremdes Etikett auf. Statt von Nationalsozialismus sprechen Anhänger und Funktionäre der NPD nur lieber von "nationalem Sozialismus" und "sozialem Nationalismus".
Die Göttinger Parteijugend bringt ihre Glaubensbekenntnis so auf den Punkt: "Wir sind nationale Sozialisten und wissen, dass nur der nationalistische Glaube Deutschland, Europa und den Rest der Welt in eine bessere, friedlichere und gerechtere Zukunft führen kann."
In ihrem "Politischen Lexikon" lobt die NPD die faschistischen und proto-faschistischen Regime Italiens, Spaniens und Portugals dafür, dass sie den romanischen Staaten "durch zeitweilige Ausschaltung liberalistischer und marxistischer Positionen, zu zeitweiliger Blüte verholfen haben".
Häufig beurteilen Funktionäre der NPD auch die nationalsozialistische Diktatur und ihre führenden Vertreter positiv. So bezeichnete der inzwischen verstorbene sächsische Vorzeigekandidat der Partei, Uwe Leichsenring, das "Dritte Reich" als "Wohlfühldiktatur mit 95 Prozent Zustimmung".
Udo Pastörs, Fraktionsvorsitzender der NPD im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns, antwortete auf die Frage, ob er mit der Bezeichnung "Neonazi" leben könne: "Wenn Sie damit meinen, dass ich ein Mann bin, der national denkt und fühlt und sozial handelt, dann fühle ich mich durchaus richtig bezeichnet." Hitler sei für ihn ein Mann, der "wahnsinnige Pflöcke" eingerammt habe - "militärisch, sozial, ökonomisch".
Wer wissen will, was die NPD plant, muss keine Wanzen oder V-Männer einsetzen. Es genügt, das Partei-, das Aktions- und das Europaprogramm der Partei zu lesen und sich auszumalen, was es bedeuten würde, diese umzusetzen. Wie die NSDAP bekennt sich die NPD zur Volksgemeinschaft. Diese sei in Deutschland "durch bewusst herbeigeführten, fortgesetzten Ausländerzustrom" zerstört worden, an ihre Stelle eine Ansammlung von Individuen mit egoistischen Zielen getreten.
Aus dem dunklen Jetzt weist die NPD den Weg in die lichte Volksgemeinschaft. Zweierlei fordert sie dabei als Wegzoll ein: Wer einen deutschen Stammbaum hat, muss sich den Interessen der Volksgemeinschaft bedingungslos unterordnen. Wer keinen deutschen Stammbaum hat, muss verschwinden.
Das nationalsozialistische Menschenbild der NPD ist eindeutig: "Der Mensch existiert nur in seiner je unterschiedlichen ethnisch-kulturellen Prägung und damit als Angehöriger eines bestimmten Volkes." Als Konsequenz plant die NPD, Millionen Menschen aus Deutschland zu vertreiben. "Ausländerrückführung" nennt sie das beschönigend.
"Ausländer" ist, wen die NPD nicht als völkischen Deutschen akzeptiert. So beklagt sie in ihrem Aktionsprogramm, dass die offizielle Zahl der Ausländer in Deutschland nicht die "Ausländer mit BRD-Pass" umfasse. Wer aus Sicht der NPD nicht "germanischstämmig" ist, bleibt für diese Partei "körperlich, geistig und seelisch immer Fremdkörper".
Die Verleihung eines "bedruckten Papiers", sprich der deutschen Staatsangehörigkeit, ändere nicht die "biologischen Erbanlagen". Ein Farbiger kann daher für die NPD, unabhängig von seinem Geburtsort und seiner Staatsangehörigkeit, niemals Deutscher sein.
Fast jeder fünfte Mensch in Deutschland hat nach Angaben des Statistischen Bundesamtes einen Immigrationshintergrund. Deutlich mehr als die Hälfte dieser rund 15,1 Millionen Menschen sind deutsche Staatsbürger. Vier von zehn sind in Deutschland geboren. Bis zu elf Millionen dieser Menschen will die NPD vertreiben.
Die Bestimmung der konkreten Zahl ist schwierig, da die Partei offen lässt, wer genau zu den so genannten "ethnisch-kulturell verwandten europäischen Völkern" zählt. Die NPD will nämlich in erster Linie "kultur- und rassefremde Menschen" aussondern. Zuwanderer aus Österreich oder Dänemark müssten wohl kaum fürchten, aus dem Land gejagt zu werden, wohl aber jene aus der Türkei und Osteuropa.
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Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
Nun, solch ein Artikel ist immer wieder hochbrisant. Zeigt er doch immer wieder, dass diese 12 Jahre nie verarbeitet wurden.
Was nützt es aber, wenn ich die Argumentationen dieser Parteien nicht aufnehme? Wo, wenn nicht hier und anderswo, kann ich sie widerlegen? Schleichend und im Schatten gehen uns viele junge aber auch andere an diese neuen alten Faschisten verloren.
Man spricht nicht darüber, so das Credo.
Wie sagte Anselm Kiefer, wir wissen von dieser Wunde, wir wollen sie aber nicht versorgen und schauen staunend auf die vorhandene Wunde, nach über 60 Jahre.
Machen wir weiter so, damit die braunen Gesellen auch dementsprechend Zulauf haben.
Letztendlich sorgen sie sodann für die Schlagzeilen und die Auflage für morgen.
Werte User,
wir verstehen dass es nicht angenehm für Sie als Kommentatoren ist, wenn ihre Artikel längere Zeit in der Warteschleife verbringen. Trotzdem ist es für uns bei manchen Artikeln nötig, jeden Kommentar vor seiner Veröffentlichung zu lesen, um überhaupt eine Diskussion zu ermöglichen. Prekäre Themen werden bei anderen Medien manchmal überhaupt nicht zur Diskussion bereit gestellt - so gesehen ist unsere Lösung also noch das kleinere zweier Übel.
Wir rechnen mit ihrem Verständnis und sind uns im Klaren, dass es nur sehr sehr wenige User sind, auf Grund deren wir zu dieser Maßnahme greifen müssen.
Beste Grüße,
Ihr Moderator
Jetzt wurden insgesamt 6 Beiträge von mir zu diesem Thema nicht veröffentlicht.
Einer sol angeblich die Netiquette verletzen, die anderen solen seit Tagen "in Kürze veröffentlicht" werden oder sind einfach verschwunden.
Tschüß Süd-Café, ich habe auch noch Arbeit neben diesem Forum.
Ich kann Ihnen nur beipflichten.
Ich bin nicht eben bekannt für Verletzungen der Netiqutte - aber einer meiner Artikel wurde davon erwischt. Ein langer. Ohne daß ich wüßte oder erführe warum und dies eventuelle korrigieren könnte.
4 Artikel zu diesem Thema sollten angeblich "in Kürze veröffentlicht werden", wurde dies aber nicht. Darunter Anfragen, wo meine anderen Bemerkungen seien oder ob man abgefangene Beiträge nicht zur KOrrektur zurück erhalten könne.
Die Redaktion solte sich überlegen, was sie will:
1. Beiträge von Leuten, die sich neben Ihrer Arbeit Zeit nehmen, solche Dinge aktiv zu diskutieren, oder nur noch von solchen, die sonst nichts zu tun haben. Ich habe auch anderes zu tun, als so viel zeit darauf zu verwenden, in einem solchen Formum meinen kleinen Beitrag zu leisten, daß die Rechtsextremisten KOntra bekommen - um dann aus technischen Gründen nicht veröffentlicht zu werden.
2..
Nachdem ich den vorigen Kommentar abgesendet hatte, erschien folgende Meldung die jeder von uns schon mal gehabt hat:
Zitat: "Vielen Dank für Ihren Beitrag. Er wird in Kürze veröffentlicht."
Wer diese Meldung schon mal gehabt hat, weiß wie man sich verbiegen muss um auf ein solches Thema zu antworten oder zu kommentieren. Technisch und organisatorisch ist diese Art Kommentare zu redigieren absolut rückständig.
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