Ein umstrittener Arzt aus Norwegen hilft Kranken in Gaza. In seinem Heimatland ist Mats Gilbert jedoch politisch umstritten - und nicht nur dort.
Zwei norwegische Ärzte prägen Teile des Bildes vom Krieg der israelischen Armee gegen die radikale Palästinenser-Organisation Hamas. Der Anästhesist Mats Gilbert und der Chirurg Erik Fosse arbeiten seit Neujahr im Schifa-Krankenhaus in Gaza.
Politisch umstritten: der norwegische Arzt Mats Gilbert. (© Foto: AP)
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Sie geben den wegen der israelischen Zensur ausgesperrten Journalisten aus aller Welt telefonisch Auskunft: Gilbert und Fosse erscheinen in deutschen und internationalen Zeitungen, sprechen auf TV-Kanälen über die katastrophalen Zustände in den Kliniken, in denen seit Kriegsbeginn etwa 3500 Verletzte behandelt werden.
Politisch ist Gilbert umstritten: Er ist für äußerst radikale Ansichten bekannt. Er ist Mitglied der linksradikalen Partei Die Roten, war eine Weile Stadtrat in der nordnorwegischen Stadt Tromsö. Er hat den Terroranschlag vom 11.September 2001 in New York in einem früheren Interview mit der Zeitung Dagbladet gerechtfertigt. Er zeigt sich zwar "empört" über den Anschlag. Dieser sei aber eine legitime Antwort "der Unterdrückten" auf die Politik der USA.
Ob amerikanische oder irakische, afghanische oder palästinensische Zivilisten stürben, sei dasselbe. "Terror ist eine schlechte Waffe", so Gilbert auf die Frage, ob er Terror unterstütze. Seine Antwort sei aber "ja - in dem Kontext, den ich genannt habe".
Gilbert hat auch in der Süddeutschen Zeitung den Vorwurf erhoben, Israels Soldaten würden auf Rotkreuzhelfer schießen. Das hat sich inzwischen bestätigt. Der Arzt behauptet anderenorts auch, Israelis setzten verbotene Waffen wie Phosphorbrandbomben ein. Dies ist bisher nicht bestätigt worden.
Gilbert ist auch in Norwegen eine umstrittene Figur. Er und Fosse arbeiten seit Jahren in Kriegsgebieten wie Libanon, Irak und Gaza: Die Mediziner sind nach Angaben von Vertretern der norwegischen Botschaft in Kairo anerkannt als Spezialisten für Kriegschirurgie. Das norwegische Außenministerium hat den "humanitären Einsatz" der beiden Ärzte begrüßt und diese bei der Einreise nach Gaza über Ägypten diplomatisch unterstützt.
Ägypten lasse sonst niemanden über die Grenze, weder Ärzte noch andere Helfer oder Journalisten. Die norwegische Hilfsorganisation Norwac, in deren Namen sie in Gaza sind, bekommt nach Angaben des Außenministeriums einen Teil der umgerechnet drei Millionen Euro, die Oslo für die Linderung der Not in Gaza zur Verfügung stellt.
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(SZ vom 10.01.2009/cag)
Der ursprüngliche Artikel erschien wohl in der FAZ und wurde von der SZ und dann von der BILD Zeitung aufgegriffen. In allen 3 Artikeln stand die politische Radikalität im Vordergrund.
Gilbert ist offenbar aktives Mitglied einer Partei namens AKP; Die Kommunistische Partei der Arbeiter in Norwegen. Es handelt sich um eine Splitterpartei, die als maoistisch und chinatreu eingestuft wird.
Das sollte aber eigentlich nicht im Vordergrund stehen, da es doch in 1. Linie um seine medizinische Tätigkeit geht. Dass er sich mit der Hamas arrangieren muss um zu arbeiten dürfte selbstredend sein.
Hier zeigt sich meiner Meinung der Hass auf alles was sich links des Mainstream bewegt. Kritik an der Art und Weise wie Mads Gilbert Infos der Hamas weitergibt (eventuell bleibt im gar nichts anderes übrig) sind durchaus berechtigt. Die Tatsache dass dieser Mann in erster Linie radikale Menschlichkeit zeigt wird unter den Tisch fallen gelassen.
Die ganzen Schlauberger die hier wieder mal den Zeigefinger auspacken würden es nicht einmal im Traum wagen ein Krisengebiet zu betreten. Echte Papiertiger allesamt.
Text der BILD:
Unterdessen rückt ein Arzt ins Zwielicht, der seit Tagen über das Leid im Gaza berichtet. Mads Gilbert (61, Norweger) gab Interviews bei CNN und BBC, erzählte von Amputationen und Völkerrechtsverletzungen der israelischen Armee. Aber wie objektiv ist der Mann? (Bemerkung: in Relation zur BILDZeitung ist sogar Münchhausen noch eine relativ objektive INformationsquelle...)
Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet: Gilbert setzt sich seit Jahrzehnten für die Hamas-Bewegung ein, ist Kommunist (Parteimitglied „Die Roten“) und einer der schärfsten Kritiker Israels und der USA in Norwegen. Nach den Anschlägen auf das World Trade Center 2001 verkündete er in der norwegischen Zeitung „Dagbladet“, er unterstütze die Angriffe und könne die Terroristen gut verstehen.
Israel wirft dem Arzt vor, den hippokratischen Eid zu verletzen, indem er „Terror rechtfertigt, die Hamas unterstützt und den Konflikt anheizt“.
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