Wuppertaler Fahnder haben die CD mit Daten von etwa 1500 mutmaßlichen Steuerhinterziehern erworben. Der Informant soll 2,5 Millionen Euro erhalten haben.
Die Gespräche dauerten fast drei Wochen und sie liefen sehr diskret ab. Ein Team der Wuppertaler Steuerfahndung, das von dem Vorsteher des Amtes, dem 60 Jahre alten Peter B., angeführt wurde, verhandelte im Ausland mit einem Informanten über den Ankauf einer CD mit den Daten von 1500 deutschen Kunden der Schweizer Bank Credit Suisse. Der Informant hatte diese CD den Wuppertalern bereits vor einem Jahr zum Kauf angeboten und 2,5 Millionen Euro verlangt.
(© Foto: ddp)
Anzeige
Die Fahnder hatten ihn dann zunächst um eine Namensliste von Personen aus Nordrhein-Westfalen gebeten, weil sie auf deren Steuerakten Zugriff haben. Sie erhielten ein halbes Dutzend Arbeitsproben und verglichen die Kontodaten mit den Akten. Es waren allesamt Treffer. Dann lieferte der Unbekannte noch einmal weitere hundert Namen und es waren wieder viele Treffer darunter.
Außerdem übergab er Interna der Credit Suisse aus den Jahren 2004 bis 2008. Die Steuerfahnder werteten diese Unter-lagen bis September 2009 aus und informierten dann das Bundeszentralamt für Steuern darüber, dass nach internen Schätzungen der Großbank 88 Prozent der deutschen Kunden, die Konten bei dem Geldinstitut in der Schweiz haben, dieses Geld dem deutschen Fiskus verschwiegen haben. Bereits im vergangenen Herbst gingen dann die Wuppertaler Steuerfahnder davon aus, dass es ein Hauptverfahren gegen die deutschen Steuerhinterzieher und Beihilfeverfahren gegen Bankangestellte geben müsse.
Im Februar war das Angebot aus der Schweiz öffentlich bekannt geworden und das Bundesfinanzministerium sowie das Kanzleramt hatten sich dafür ausgesprochen, die CD zu kaufen. Auch die nordrhein-westfälische Finanzverwaltung, die in dem Fall federführend ist, hatte zugestimmt. Das Honorar zahlte zunächst NRW. Der Bund will 1,25 Millionen Euro beisteuern, auch andere Bundesländer sollen sich beteiligen.
Ein Geschäft ist der Kauf auf jeden Fall. Nach internen Schätzungen rechnen die Steuerbehörden mit Mehreinnahmen von bis zu 400 Millionen Euro. Bei den Verhandlungen mit dem Datenbeschaffer soll die Frage, ob seine Identität geschützt wird, eine große Rolle gespielt haben. Im Fall des Ex-Mitarbeiters der Liechtensteiner LGT Treuhand, Heinrich Kieber, der 2007 Daten der Vaduzer Bank übergeben hatte, war dessen Name bekannt geworden. Kieber hatte jedoch zuvor versucht, die Bank erpressen. Wer der Unbekannte ist, der jetzt die Schweizer CD übergeben hat, ist derzeit nicht bekannt. Die Steuerfahndung will seinen Namen geheim halten. Daran soll auch ein Rechtshilfeersuchen der Schweizer Regierung nichts ändern. Die Eidgenossen bitten darin die deutschen Behörden um Informationen über die Identität des Informanten, gegen den in der Schweiz ein Verfahren läuft. Ein Sprecher des Bundesjustizministeriums sagte, die Ressortabstimmungen, ob der Bund gegen die Rechtshilfe Bedenken habe, liefen noch. Der Spielraum, das Ersuchen abzulehnen, sei allerdings relativ klein.
Experten rechnen damit, dass das Bundesjustizministerium und vermutlich auch das Auswärtige Amt dem Ersuchen stattgeben wollen und dass das Bundesfinanzministerium und das Kanzleramt dies ablehnen werden. "Wir geben dem Informanten keine Zusage, seine Identität zu schützen und beteiligen uns dann an Ermittlungen gegen ihn", sagt ein Düsseldorfer Ministerialer.
Die Landesregierung in Stuttgart, deren Finanzbehörden auch eine Steuer-CD angeboten worden war, will die ihr angebotenen Daten nach Angaben vom Freitag dagegen nicht kaufen.
Zoff im Bundesgerichtshof: Eine Personalie führt zu heftigen Verwerfungen – die Akte Karlsruhe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 27.02.2010)
Entspannter Vierbeiner
Lohnzettel auf Facebook
Parteispender 2010
Putin, der "Alpha-Rüde"
Politiker und ihre Pannen
Leider wird die Öffentlichkeit nie erfahren, wieviel zusätzliche Steuer hiermit wirklich eingenommen wird. Die Zahlen die"vielleicht" den Medien angegeben werden, zweifle ich schon heute auf ihre Wah-
heitgehalt an.
Glaubt irgendwer, das nach dem Theater, das dazu in der Öffent-
keit gemacht wurde, die Handelnden sich blamieren würden, wenn danach nur Peanuts herauskommen? Und wenn es tatsächlich mehr als angenommen ergibt, ist das ein Scheitern der bis-
herigen Steuergesetze und dies gibt kein Politiker zu, da dann der Ruf nach einfacherem Steuerrecht kommen muss.
Dat is ja mal ein lohnenswerter Mini-Job...
Bin ja gespannt, wieviel das bringt.
Die Deutschen haben ihre Glaubwürdigkeit endgültig verspielt. Die Rechnung dafür dürfte teuer werden...
Es werden vermögende Deutsche, die bisher ihre Steuern in Deutschland bezahlt haben ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen und gar nichts mehr zahlen.
Deutsche Unternehmen werden weiter abwandern...
Deutsche Arbeitslose in der Schweiz verlieren umgehend die Aufenthaltsbewilligung und dürften den Deutschen Sozialstaat pro Monat um die 50 Millionen kosten... (ist aber nicht die Kasse des Steuerfahnders, gell...)
Die Schweiz stört's weniger, einzig störend ist lediglich der grosse Zuwachs an Deutschen. Die Deutsche Neid- und Denunziationskultur, sprich Leitkultur, könnte so Einzug halten. Und das ist eine zerstörende Kultur (siehe DDR).
Die SZ schrieb: "Der Mann hatte die CD bereits vor einem Jahr der Steuerfahndung angeboten. "
Sehr interessant. Alles, was ich mir so dazu dachte, scheint zu stimmen: Merkel hat den richtigen Zeitpunkt abgepasst, um zu demonstrieren, dass sie die Kanzlerin der Redlichkeit ist.
Somit wird schon alles klar gehen mit der CDU und der NRW-Wahl. Kurz zuvor werden wir Einzelheiten erfahren, damit der Wähler tief beeindruckt wieder der CDU seine Stimme gibt.
Diese Art und Weise des Umgangs mit unseren Nachbarländern ist eine schlichte undiplomatische Unverschämtheit, schimpfte im Februar 2008 noch der FDP Parteiobmann Guido Westerwelle zum Ankauf der liechtensteinischen Steuer-CD. Der nunmehrigen Vizekanzler und Außenminister Westerwelle, tritt plötzlich viel leiser auf. Naja, da werden wohl viele FDP- Wähler dabei sein. Gell Westerwelle?
Paging