Nordkorea hat einen zweiten Atomtest unternommen. Diktator Kim Jong Il spielt damit eine seiner wenigen Trumpfkarten aus. Es wäre fatal, die militärische Bedrohung durch Pjöngjang zu unterschätzen.
Für Nordkoreas Diktator Kim Jong Il ist jeder Atomtest eine gute Investition, egal wie viel Geld sein bitterarmes Land dafür ausgeben muss. Der Rest der Welt mag verwundert den Kopf schütteln, aber aus der Perspektive Pjöngjangs ist eine solche Detonation gleich mehrfach nützlich.
Provoziert den Westen: Nordkoreas Diktator Kim Jong Il (© Archiv-Foto: AFP)
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Militärisch gesehen gibt es nichts, was das Überleben des isolierten und von den USA gehassten kommunistischen Regimes besser garantieren könnte als echte nukleare Abschreckung. Seit dem Koreakrieg, als die USA kurz den Einsatz taktischer Atombomben gegen Nordkorea erwogen hatten, strebt Pjöngjang nach dem Besitz einer eigenen Bombe.
Seither hatte es sein Nuklearprogramm zwar immer wieder als politisches Drohmittel eingesetzt und vorübergehend eingeschränkt, aber nie wirklich komplett aufgegeben.
Pjöngjang sucht Aufmerksamkeit
Und dann ist da der politisch-strategische Nutzen. Kim will direkte Verhandlungen mit Washington. Die neue US-Regierung von Barack Obama hat bislang nur sehr moderat und kühl auf bisherige Provokationen Nordkoreas reagiert, etwa auf den Test einer nordkoreanischen Langstreckenrakete im April.
Egal ob internationale Wirtschaftskrise, Afghanistan oder Iran, aus Sicht des Diktators in Pjöngjang wird in Washington über alles Mögliche, aber nicht genug über Nordkorea geredet. Kim sucht die ungeteilte Aufmerksamkeit Obamas. Was wäre besser als ein Atomtest, um sie sich zu ertrotzen?
Weil der Test für Nordkorea sowohl militärisch wie strategisch unbestritten von Nutzen ist, wäre es falsch, den Diktator als "verrückt" einzuschätzen, wie dies Obamas Vorgänger George W. Bush lange Zeit getan hatte. Kim ist nicht verrückt, sondern spielt eine der wenigen Trumpfkarten seines wirtschaftlich weitgehend isolierten Landes mit großer Finesse aus - eben die nukleare Karte.
Reale Bedrohung
Auch jede Reaktion auf den Atomtest sollte beide genannten Komponenten dieser Herausforderung in Betracht ziehen. Es wäre fatal, die militärische Bedrohung zu unterschätzen, die von Nordkorea ausgeht. Kim und seine Bombe haben in der Tat mehr Aufmerksamkeit seitens der USA verdient, ob sich das nun mit den Wünschen des Diktators deckt oder nicht.
Die USA sollten direkt mit Nordkorea verhandeln, zusätzlich oder an Stelle der Sechs-Länder-Gespräche, ganz wie Kim es wünscht. Das wäre kein Eingeständnis eigener Schwäche oder ein "Einknicken" gegenüber Drohungen, wie es die kalten Krieger in Washington oft sehen.
Es wäre einfach ein Eingeständnis, wie real diese Bedrohung ist. Verhandeln, egal in welchem Rahmen, ist viel besser ist als jegliche militärische Option.
(sueddeutsche.de/plin)
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"Nun ja das ist doch die Folge aggressiver Politik des Westens. Wenn die Koreaner sich nicht vom Westen bedroht fühlen würden, besonders von den Amerikanern, würden sie auch nicht solche teuren Dinge bauen lassen, sondern wirtschaften."
Ja genau....o Herr, schmeiß...
"Verhandeln, egal in welchem Rahmen, ist viel besser ist als jegliche militärische Option."
Uneingeschränkte Zustimmung für diesen Schlusssatz des Artikels von Henrik Bork.
..."Seit dem Koreakrieg, als die USA kurz den Einsatz taktischer Atombomben gegen Nordkorea erwogen hatten, strebt Pjöngjang nach dem Besitz einer eigenen Bombe."
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Nun ja das ist doch die Folge aggressiver Politik des Westens. Wenn die Koreaner sich nicht vom Westen bedroht fühlen würden, besonders von den Amerikanern, würden sie auch nicht solche teuren Dinge bauen lassen, sondern wirtschaften.
Welche Revolution wurde denn durch die hungernde Bevölkerung ausgelöst?
Da hat das eigene Überleben doch zuerst einmal Vorrang. Um da eine Organisation zur Mobilisierung ausreichender Anzahl von Personen aufzubauen braucht man "freie Kapazitäten". Sowohl körperlich als auch geistig ...
Wer Hunger hat will erstmal den Hunger wegbekommen. An eine Veränderung der Gesellschaft denkt der Hungernde nicht, er muss ja befürchten dass sich durch die Revolution die Situation weiter verschlechtert. Und ist mit dem täglichen Überleben beschäftigt.
Und wenn man sich mal anschaut wer sich in den letzten Jahrhunderten am lautesten für die Rechte der Arbeiter, Bauern, Weber, sonstigen Armen eingesetzt hat.
Das waren nicht die Arbeiter, Bauern etc. selbst ...
Sondern Intellektuelle, Leute aus dem Bürgertum und Adel ... Leute, die die Zeit und die Ressourcen hatten einen Gegenentwurf zum bestehenden Gesellschaftssystem zu entwerfen und dann auch mehr oder minder schlagkräftige Organisationen aufzubauen und zu führen.
Man sehe sich nur mal den sozialen Hintergrund von Lassalle, Rosa Luxemburg, Lenin, Marx, Robbespierre, Marat, Mao etc. an ...
Selbst ein bekannter Dachdecker wurde erstmal über viele Jahre erst in Moskau dann auf den späteren Parteiposten in Ideologie geschult ... da war er längst Funktionär ...
Ganz zu schweigen von den Ideologen der 68er Generation und deren Wurmfortsatz RAF ...
Hungerrevolutionen sind nicht mehr als "linke Folklore"...
Heute ist wohl wieder gar nichts besseres los, denn üblicherweise werden die ach-so-tollen-News des Vormittags, am Nachmittag in die Peripherie verschoben.
Apropos Mega-News. Wie schaut es eigentlich mit der jüngst unter Aufbietung aller redaktioneller Kapaziäten angekündigten weltweiten Schweinepest aus? Hat die Müllabfuhr ihre Wagen wieder zurückgerüstet, nachdem man aufgrund der Horrorszenarien die die dt. Medien gezeichnet haben die Fahrzeuge schon auf den Abtransport von täglich tausender von Leichen vorbereitet hat.
Na gut, vielleicht hat sich ja beim Mittagessen ein y-Promi das Hemd bekleckert. Da kann man doch sicherlich eine Riesengeschichte daraus machen.
Paging