Nordkorea US-Bürger zu sechs Jahren Lagerhaft verurteilt

Matthew Miller bei seiner Verhandlung in Pjöngjang

(Foto: REUTERS)

Ein nordkoreanisches Gericht hat einen jungen US-Amerikaner zu einer drakonischen Strafe verurteilt: Sechs Jahre soll Matthew Miller in einem Arbeitslager verbringen. Die Begründung des Urteils klingt bizarr.

  • Ein US-Amerikaner wurde in Nordkorea wegen "feindseliger Akte" zu sechs Jahren Lagerhaft verurteilt. Was genau dem Mann vorgeworfen wird, ist unklar.
  • Die USA warnen ihre Bürger vor Reisen nach Nordkorea - hier kommt es immer wieder zu willkürlichen Festnahmen.

Nordkorea hat den US-Bürger Matthew Miller zu sechs Jahren Lagerhaft verurteilt. Der junge Mann habe "feindselige Akte" begangen, als er als "Tourist verkleidet" nordkoreanisches Territorium betreten habe, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Miller war im April festgenommen worden. Er soll bei der Einreise sein Visum zerrissen und Asyl in dem kommunistischen Staat gefordert haben.

Miller ist einer von drei US-Bürgern, die derzeit in Nordkorea inhaftiert sind. Noch vor einer Woche hatten die USA von Pjöngjang die sofortige Freilassung der Gefangenen gefordert.

Die USA haben ihre Bürger mehrfach vor Reisen nach Nordkorea gewarnt. Dort bestehe das Risiko willkürlicher Festnahmen, selbst wenn ein gültiges Visum vorliege. Ein 2012 festgenommener christlicher Missionar aus den USA war im vergangenen Jahr zu 15 Jahren Zwangsarbeit in einem Straflager verurteilt worden.

Die Vereinigten Staaten haben keine diplomatische Vertretung in Pjöngjang, die US-Interessen werden von der schwedischen Botschaft wahrgenommen.