Für Nordkorea ist die Beteiligung Südkoreas an einer US-Initiative gegen die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen eine "Kriegserklärung".

Nordkorea hat die Beteiligung Südkoreas an einer internationalen Initiative zur Verhinderung der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen als Kriegserklärung bezeichnet.

Nordkorea Pjöngjang AP

Nordkoreanische Soldaten bei einer Parade im Jahre 2005 (© Foto: AP)

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Man werde mit "starken militärischen Mitteln" reagieren, falls Südkorea nordkoreanische Schiffe durchsuchen sollte, verlautbarte die staatlich kontrollierte Nachrichtenagentur KCNA. Auch sehe sich Nordkoreas Militär nicht mehr an das seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) noch gültige Waffenstillstandsabkommen gebunden.

Die Regierung in Seoul hatte nach dem Atomtest des Nordens am Dienstag mitgeteilt, das Land werde dem von den USA geführten Programm beitreten, das 2003 aufgelegt wurde, um Staaten wie Nordkorea oder Iran am Handel mit Raketen oder Nukleartechnologie zu hindern. Pjöngjang hatte bereits früher erklärt, einen Beitritt Südkoreas als Kriegserklärung zu betrachten.

Zuvor berichtete die südkoreanische Zeitung Chosun Ilbo, dass das stalinistische Regime Nordkoreas eine umstrittene Atom-Wiederaufarbeitungsanlage neu gestartet hat, in der es bombentaugliches Plutonium gewinnen kann. Es gebe aufgrund der Auswertung von Satellitenbildern verschiedene Hinweise auf die Wiederinbetriebnahme der Anlage im nordkoreanischen Atomkomplex Yongbyon, berichtete das Blatt.

Wesentliche Teile seiner Nuklearanlagen hatte Nordkorea im Rahmen eines im Februar 2007 mit den USA, China, Russland, Südkorea und Japan geschlossenen Abkommens bereits unbrauchbar gemacht.

Nach seinem zweiten Atomtest am Montag habe Nordkorea zudem fünf Raketen von kurzer Reichweite an der Ostküste abgefeuert, teilte unterdessen das Verteidigungsministerium in Seoul mit. Am Tag des Atomtests habe das Land zwei und nicht wie von südkoreanischen Medien zuvor berichtet, drei Raketen, gestartet. Am Dienstag seien drei weitere Raketenabschüsse erfolgt.

An diesem Dienstag hatte Moskau signalisiert, sich an einer diplomatisch harten Linie gegen Pjöngjang anzuschließen. Russland plant nach Worten seines UN-Botschafters Witalij Tschurkin, eine dementsprechende UN-Resolution gegen Nordkorea wegen dessen zweiten Atomtests mitzutragen.

Tschurkin sagte in New York nach einem Treffen der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates und Japan: "Wir sind bereit, eine starke Resolution des UN-Sicherheitsrates zu unterstützen", wie die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtete.

Tschurkin wollte jedoch nicht sagen, ob die Möglichkeit zusätzlicher Sanktionen gegen das kommunistische Regime in Pjöngjang diskutiert worden sei. "Wir prüfen verschiedene Gesichtspunkte und viele Vorschlagsvarianten, jedoch ist es noch zu früh, über sie zu sprechen."

Tschurkin, der augenblicklich den Vorsitz des UN-Sicherheitsrats innehat, betonte, die Mitglieder des Gremium seien bereit, "so intensiv wie möglich" an einem Resolutionsentwurf zu arbeiten.

Russland verstärkt Frühwarnsysteme

Russland verstärkt zudem seine militärische Aufklärung in der Region. Man werde "wegen der Verschärfung der Situation" die Überwachung des Nachbarlandes durch Frühwarnsysteme erhöhen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax. "Wegen eines möglichen Atomwaffeneinsatzes" fühle sich Russland zu der Maßnahme im Grenzgebiet zu Nordkorea verpflichtet. Eine Verlegung von schwerer Militärtechnik in den Fernen Osten sei derzeit nicht geplant.

An diesem Montag hatte Nordkorea einen zweiten Atomtest unternommen, der vom Weltsicherheitsrat einstimmig verurteilt wurde.

Das kommunistische Land hatte Ende April erklärt, es habe bereits mit der Rückgewinnung von Plutonium aus benutzten Kernbrennstäben begonnen. Die Erklärung war damals nur kurz nach einem Beschluss der Vereinten Nationen erfolgt, wegen eines nordkoreanischen Raketenstarts verschärfte Sanktionen gegen das Land zu verhängen.

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(dpa/AP/AFP/Reuters/odg/liv/ihe)