US-Außenministerin Condoleezza Rice ohne Erfolg: Russland ist gegen den US-Wunsch nach harten Strafen für Nordkorea.

Auf der letzten Station ihrer Reise zur Entschärfung der Nordkorea-Krise ist es US-Außenministerin Condoleezza Rice nicht gelungen, Russland auf eine harte Haltung gegenüber Pjöngjang einzuschwören. Rice traf am Samstag nach Gesprächen in Japan, Südkorea und China zu einem Kurzbesuch in Moskau ein, wo sie zu getrennten Unterredungen mit Präsident Wladimir Putin und Außenminister Sergej Lawrow zusammenkam. Lawrow machte klar, dass Russland verstärkten Druck auf Pjöngjang ablehne und sprach sich dafür aus, ,,das Problem durch Gespräche zu lösen''. Entscheidend sei eine rasche Wiederaufnahme der Sechs-Länder-Gespräche über Nordkoreas Atomprogramm.

US-Außenministerin Condoleezza Rice ohne Erfolg

Ohne Erfolg: Condoleezza Rice (© Foto: rtr)

Anzeige

In Russland hatte der angebliche Atomtest des benachbarten Nordkorea erhebliche Besorgnis ausgelöst. Die Moskauer Führung fürchtet aber ein zu undiplomatisches Vorgehen der USA. Rice sagte in Moskau, sie sei sich nicht sicher, ob der nordkoreanische Staatschef tatsächlich die Absicht geäußert habe, keine weiteren Atomwaffentests durchzuführen. Nach unbestätigten Berichten soll Kim Jong Il einem Gesandten des chinesischen Staats- und Parteichefs Hu Jintao gesagt haben, er plane keine weiteren Tests. Bei ihrem Besuch in China sei dies von der chinesischen Seite nicht bestätigt worden, sagte Rice. Südkoreanischen Medinberichten zufolge soll Kim Jong Il dem chinesischen Gesandten zudem gesagt haben, er wolle nur dann auf weitere Atomwaffentests verzichten, wenn sich das Land nicht von den USA dazu provoziert fühle.

Lawrow bekräftigte auch im Falle des iranischen Atomprogramms ihre Forderung nach einer diplomatischen Lösung. Rice sprach bei dem Treffen zudem den russisch-georgischen Konflikt und die Pressefreiheit in Russland an.

Leser empfehlen 

(SZ vom 23.10.2006)