Südkorea und die USA beobachten nach dem jüngsten Atombombentest verstärkt Nordkoreas Aktivitäten. Im Weltsicherheitsrat stehen die Zeichen derweil auf neue Sanktionen.

Angesichts der militärischen Provokationen und Drohungen Nordkoreas sind südkoreanische und US-Truppen am Donnerstag laut dem Verteidigungsministerium in Seoul in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. US-Außenministerin Hillary Clinton sicherte Südkorea und Japan die Unterstützung der Vereinigten Staaten zu.

Nordkoreaner feiern zweiten Atomtest, 26. Mai, dpa

Feierlichkeiten zum zweiten Atomtest: Pjöngjang am 26. Mai. (© Foto: dpa)

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Seit Donnerstagfrüh seien die Überwachungsvorschriften für das gemeinsame Truppenkommando zum ersten Mal seit dem ersten nordkoreanischen Atomtest im Oktober 2006 auf die zweithöchste Stufe angehoben worden, erklärte das südkoreanische Verteidigungsministerium. Die Überwachung des Nordens werde verstärkt, dafür seien mehr Flugzeuge und mehr Personal im Einsatz, sagte Ministeriumssprecher Won Tae Jae.

Das Alarmsystem für die Verteidigungsbereitschaft der Truppen bleibt den Angaben zufolge aber unverändert auf der zweitniedrigsten Stufe. Vor allem sollten die entmilitarisierte Zone zwischen den beiden koreanischen Staaten, die gemeinsame Wirtschaftszone Panmunjom und die umstrittene Grenzlinie im Gelben Meer überwacht werden.

US-Außenministerin Clinton sicherte Südkorea Unterstützung zu und betonte, die USA nähmen ihre Verpflichtung gegenüber Verbündeten "sehr ernst". Nordkorea werde mit seinen Tests nicht die weltweite Aufmerksamkeit bekommen, die es sich erhoffe. Vielmehr begebe sich die Regierung in Pjöngjang damit tiefer in die eigene Isolation, sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Robert Gibbs. "Dies ist das fünfte Mal in 15 Jahren, dass sie versuchen, das Waffenstillstandsabkommen zum Koreakrieg für null und nichtig zu erklären", sagte Gibbs. Zur Abschreckung Nordkoreas haben die USA immer noch 28.500 Soldaten in Südkorea stationiert.

Nordkorea hatte Südkorea am Mittwoch mit einem Militäreinsatz gedroht. Aus Protest gegen die Ankündigung Seouls, einer US-Initiative zum Schutz vor der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen beizutreten, erklärte Pjöngjang den Waffenstillstand von 1953 für ungültig.

Im UN-Sicherheitsrat sprachen sich alle fünf ständigen Mitglieder für schärfere Maßnahmen gegen Pjöngjang aus. Es gebe "ein klares Bekenntnis" der fünf ständigen Mitglieder zu Sanktionen, sagte ein westlicher Diplomat in New York. Jetzt werde über die Art der Sanktionen beraten.

Auch Russland und China stünden hinter der Forderung. Beide Länder sind normalerweise sehr zurückhaltend, wenn es um die Verurteilung Nordkoreas durch den UN-Sicherheitsrat geht. Angesichts der jüngsten Entwicklungen hatte jedoch Russlands Außenminister Sergej Lawrow an diesem Dienstag eine "entschlossene" Resolution des UN-Sicherheitsrats gefordert. Das Gremium hatte den Atomwaffentest am Montag umgehend scharf verurteilt und arbeitet derzeit an einer Resolution.

Fünf Mal stärkere Bombe als 2006

US-Seismologen von der Columbia University teilten unterdessen unter Berufung auf seismologische Messungen unter anderem in China mit, die Stärke der an diesem Montag unterirdisch getesteten Atombombe sei fünf Mal stärker gewesen als beim ersten Atomwaffentest Nordkoreas im Jahr 2006.

US-Sicherheitsberater James Jones sagte vor dem Atlantic Council in Washington, die Gefahr gehe weniger von dem nuklearen Material oder den Raketen selbst aus, sondern von der Tatsache, dass sie möglicherweise ins Ausland gelangten. "Die unmittelbare Gefahr ist die Weiterverbreitung dieser Art von Technologie in andere Länder, an terroristische Organisationen und nicht-staatliche Akteure", warnte Jones.

Zwei Tage nach seinem zweiten Atomtest hatte Nordkorea am Mittwoch die geplante Teilnahme Südkoreas an einer US-geführten Initiative gegen Massenvernichtungswaffen als "Kriegserklärung" bezeichnet und mit Militäraktionen gedroht. Zugleich erklärte die Volksarmee des Landes, sie werde sich nicht mehr an das Waffenstillstandsabkommen halten, das den Korea-Krieg von 1950 bis 1953 beendete.

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(Reuters/dpa/ihe/woja)