Koreanische Annäherung Nordkorea bietet Aussetzen der Atomtests an

  • Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt soll ein Gipfeltreffen zwischen Nord- und Südkorea stattfinden, heißt es aus Südkorea.
  • Das Regime in Pjöngjang zeigt sich demnach außerdem bereit, unbefristete Gespräche mit den USA über eine nukleare Abrüstung aufzunehmen.
  • Die Atom- und Raketentests des Landes sollen in dieser Zeit des Dialogs ruhen.
  • US-Präsident Trump spricht von einem "möglichen Fortschritt".

Nord- und Südkorea haben sich auf ein Gipfeltreffen im April verständigt. Das teilte die südkoreanische Regierung in Seoul mit. Das Treffen solle Ende des kommenden Monats im Grenzort Panmunjom stattfinden, sagte der südkoreanische Nationale Sicherheitsberater nach einem Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. Es seien die ersten Spitzengespräche seit mehr als einem Jahrzehnt.

Zudem wurde seinen Angaben zufolge vereinbart, zwischen den Führungen der beiden seit Jahrzehnten verfeindeten Nachbarstaaten erstmals eine direkte Hotline einzurichten.

Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldet, habe Nordkorea versprochen, gegen den Süden weder Atomwaffen noch konventionelle Waffen anzuwenden.

Wie Seoul außerdem mitteilte, ist Nordkorea außerdem bereit, auch mit den USA in zeitlich nicht begrenzte Gespräche über die Frage der nuklearen Abrüstung zu treten. Während dieser Phase des Dialogs wolle Pjöngjang seine Atom- und Raketentests aussetzen.

Nordkorea habe seine "Absicht für eine Denuklearisierung auf der koreanischen Halbinsel" klar zum Ausdruck gebracht, hieß es weiter aus dem Büro von Südkoreas Präsident Moon Jae-in, wie unter anderem die Agentur Bloomberg berichtet. Das Land sehe demnach keinen Grund, Atomwaffen zu besitzen, wenn es keine militärische Bedrohung gebe und die Sicherheit des nordkoreanischen Staates garantiert sei.

Trumps Reaktion

US-Präsident Donald Trump reagierte verhalten positiv auf die Signale aus Nordkorea. Ein "möglicher Fortschritt" sei gemacht worden, teilte er über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Zum ersten Mal in vielen Jahren würden von beteiligten Parteien ernsthafte Anstrengungen unternommen. Die Hoffnung könne trügerisch sein, doch: "Die USA sins bereit, hart in welche Richtung auch immer zu gehen!"

Zeichen der Entspannung bei Olympischen Spielen

Nach einem Besuch einer südkoreanischen Delegation bei Kim hatte die nordkoreanische Agentur KCNA das Treffen als "offenherzig" beschrieben. Kim sei daran gelegen, eine "neue Geschichte der nationalen Wiedervereinigung zu schreiben", hieß es weiter.

Schon während der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang hatte es vorsichtige Zeichen der Entspannung gegeben: In seinem Amtssitz hatte Moon das nominelle Staatsoberhaupt Nordkoreas, Kim Yong-nam, und Kim Yo-jong, die Schwester von Diktator Kim Jong-un, zum Mittagessen empfangen. Sie sitzt auch im Politbüro und war, so ein Sprecher Moons, als spezielle Gesandte ihres Bruders gekommen. Sie habe dem Präsidenten eine persönliche Einladung ihres Bruders zu einem baldigen Gipfeltreffen in Pjöngjang übergeben.

Zuvor hatten sich die Spannungen in der Region allerdings deutlich verschärft, nachdem Nordkorea im vergangenen Jahr mehrfach Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe getestet und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte. Nordkorea behauptet, das US-Festland mit atomar bestückten Raketen erreichen zu können.

Kim Jong-un will Annäherung an Südkorea vorantreiben

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