Seit Wochen lassen Südkoreaner massenhaft Luftballons in ihr Nachbarland fliegen, die regimekritische Flugblätter transportieren. Trotz massiver diplomatischer Verwerfungen ignorieren sie Bitten ihrer Regierung, die Aktionen zu unterlassen.
Private Gruppen aus Südkorea haben erneut Ballons mit zehntausenden anti-nordkoreanischen Flugblättern über die Grenze in das kommunistische Nachbarland geschickt. Damit ignorierten sie neue Appelle der Regierung.
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Die heliumgefüllten Ballons wurden nach Angaben der Organisationen von einem Berg unweit von Seoul gestartet. Rund 100.000 Flugblätter sollten auf diesem Weg über dem abgeschotteten Norden der koreanischen Halbinsel abgeworfen werden. In den Blättern werden die Nordkoreaner unter anderem zum Umsturz des Regimes in Pjöngjang aufgerufen.
Die Aktionen hatten mit dazu beigetragen, dass sich die innerkoreanischen Spannungen in den vergangenen Wochen verschärften. Pjöngjang hatte die Regierung in Seoul für die Verbreitung der Flugblätter verantwortlich gemacht und mehrfach mit ernsthaften Konsequenzen gedroht. Am Mittwoch hatte Seoul erneut an die Gruppen appelliert, diese Aktionen zu unterlassen.
Eine rechtliche Handhabe gegen die Kampagne sieht die Regierung bisher nicht. An den Aktionen beteiligen sich Vereinigungen nordkoreanischer Flüchtlinge und Familien südkoreanischer Staatsbürger, die in den vergangenen Jahrzehnten nach Nordkorea verschleppt wurden. Auf den Flugblättern werde auch die Freilassung von 487 Verschleppten gefordert, sagte Choi Sung Yong, der betroffene Familien vertritt.
Nordkorea hatte in der vergangenen Woche damit gedroht, die Landesgrenze zum Süden vom 1. Dezember an zu schließen. Das Land wirft Seoul vor, eine Politik der Konfrontation zu verfolgen. Das Verhältnis der beiden Staaten hatte sich seit dem Antritt einer konservativen Regierung in Südkorea im Februar verschlechtert, die eine härtere Haltung gegenüber Nordkorea vertritt als die liberale Vorgängerregierung.
(dpa/ihe)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
mit Hilfe von harmlosen Ballons Botschaften zu transportieren. Die Aufrufe zum Sturz der nordkoreanischen Regierung jedoch empfinde ich als überflüssig und schädlich. Wie wäre es denn, lediglich Nachrichten aus aller Welt unter dem Motte : " Das solltet auch Ihr erfahren: ..." zu transportieren. Mit solchen Botschaften würde das Regime samt seiner regiden Zensur und Informationssperre nicht angegriffen jedoch deutlich hinterfragt. Die Fragen jedoch sollten nicht von außen vorgegeben werden, sondern in den Köpfen der Adressaten selbst entstehen. Die Wirkung der Ballons verpufft dann, wenn das Regime in Nordkorea sie dazu benutzen kann, die eigenen Theorien der systematischen Gefärdung durch den Süden zu stützen. Das verstand die Führungsriege in der DDR lange Zeit ebenfalls mit Erfolg. Die immer größer werdende Flut und die Verifizierbarkeiut von Informationen über alle erdenklichen Kanäle war und ist eine der Ursachen dafür, dass Menschen die eigenen Lebensumstände kritisch prüfen und Alternativen finden können.
ist Freedom House mal wieder am Zündeln?