Die blutigen Kämpfe im Norden Nigerias haben weit mehr Todesopfer gefordert, als bisher angenommen. Die Suche nach weiteren Toten dauert an.

Bei den heftigen Kämpfen in Nigeria zwischen Sicherheitskräfte mit radikal-islamischen Sektenanhängern sind deutlich mehr Menschen getötet worden als bisher angenommen. Das Rote Kreuz sprach von mindestens 780 Todesopfern.

Maiduguri, Nigeria; AFP

Nach tagelangen Kämpfen kehrt in Maiduguri im Norden des Landes gespannte Ruhe ein. (© Foto: AFP)

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Die Suche nach Leichen werde fortgesetzt. Mehr als 700 Tote wurden unterdessen in der Rebellen-Hochburg Maiduguri auf dem Gelände des ehemaligen Sektenhauptquartiers begraben, wie aus Sicherheitskreisen in der nigerianischen Hauptstadt Abuja verlautete.

Nach tagelangen Kämpfen kehrte am Samstag in Maiduguri im Norden des Landes gespannte Ruhe ein, die Bewohner wagten sich wieder auf die Straße. Doch die Sicherheitskräfte kündigten weitere Hausdurchsuchungen an, um Anhänger der nach dem Vorbild der Taliban organisierten Sekte aufzuspüren.

Für die meisten Toten habe es auf dem Gelände des inzwischen getöteten Sektenführers Mohammed Yusuf Massenbegräbnisse gegeben, sagte ein hochrangiger Vertreter der staatlichen Sicherheitsbehörden in Abuja weiter.

Aber noch immer würden in den Außenbezirken von Maiduguri Leichen geborgen. Beamte transportieren schon seit Tagen auf Lastwagen Tote ab, die zuvor lange auf den Straßen gelegen hatten.

Die Kämpfe hatten sich vor einer Woche nach der Festnahme mehrerer Mitglieder der Boko-Haram-Sekte entzündet. Mit Macheten, Messern, Brandbomben und Gewehren hatten Sektenanhänger in mindestens vier Bundesstaaten Kirchen, Polizeiwachen, Gefängnisse und Regierungsgebäude angegriffen.

Zu den schwersten Kämpfen kam es in Maiduguri, der Hochburg von Sektenchef Yusuf. Der 39-Jährige wurde am Donnerstagabend festgenommen und wenig später in Polizeigewahrsam erschossen. Seine Leiche wurde vor der Polizeiwache zur Schau gestellt.

Boko Haram - wörtlich "Westliche Bildung ist Sünde" - ist eine radikale Moslem-Gruppe, die sich an den Taliban in Afghanistan orientiert und die Errichtung eines islamischen Gottesstaates in Nigeria fordert. Der Dachverband der Muslime in dem Ölstaat verurteilte die Gewalt. Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas, das in einen überwiegend muslimischen Norden und einen christlichen Süden getrennt ist.

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(Reuters/woja/mati)