Dicke Luft in Hannover: Wie Niedersachsens Wirtschaftsminister Hirche Empörung im Landesparlament auslöste.

Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) hat Positionen der Linksfraktion im niedersächsischen Landtag in die Nähe rechter Kreise gerückt und damit tumultartige Szenen ausgelöst. Der Zoff entzündete sich bei einer Debatte über die Sicherung des Lohnniveaus in der Europäischen Union, dazu hatten die Linken eine Dringliche Anfrage gestellt.

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Niedersachsens Wirtschaftsminister Hirche (© Foto: dpa)

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Wirtschaftsminister Hirche warf der Fraktion Ressentiments gegen Europa vor und sagte, deren Anfrage entspreche "der Diktion von weit rechts". Mit dem Tenor ihrer Anfrage seien die Linken selbst die eigentlichen "Brandstifter" am Haus Europa.

Die Linksfraktion reagierte empört: "So geht man nicht miteinander um. Politiker sollten sich in der Öffentlichkeit anders benehmen", sagte der Linke-Abgeordnete Patrick Humke Focks nach der Debatte.

Nach wütenden Zwischenrufen im Plenarsaal wurde er wegen seiner Äußerungen mit einem Ordnungsruf gerügt. Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) und zahlreiche andere Abgeordnete sprangen von ihren Sitzen auf.

Poltern gegen den Parlamentspräsidenten

Der linke Abgeordnete Humke Focks aus Göttingen hatte im Zuge der Landtags-Diskussion kritisiert, dass Landtags-Präsident Hermann Dinkla (CDU) nicht gegen Aussagen Hirches einschritt. "Sie missbrauchen ihr Amt", warf er Dinkla vor. Außerdem sagte Humke Focks: "Beenden Sie den Kalten Krieg in den Köpfen - vielleicht liegt es aber auch an Ihrem Alter."

Das Landtags-Präsidium wertete dies als Diskriminierung. Humke Focks beklagte jedoch, er sei von Hirches Parteikollegen und der CDU-Fraktion "niedergeschrien" worden. Das Landtagspräsidium hätte einschreiten und den Minister zurechtweisen sollen.

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(dpa/odg)