Kaum hat sich die SPD auf die große Koalition geeinigt, keimt in der Partei eine Debatte über die künftige Bündnisstrategie. Während Berlins Bürgermeister Wowereit eine rot-rote Perspektive im Bund für 2009 sieht, blockt der SPD-Chef Platzeck solche Überlegungen.

Klaus Wowereit (SPD) sagte dem Tagesspiegel, die SPD müsse "eine Mehrheit links von der Mitte finden". Der Regierende Bürgermeister Berlins warnte seine Partei erneut davor, ein Bündnis mit der Linkspartei auf Bundesebene auszuschließen.

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Klaus Wowereit (© Foto: ddp)

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"Die SPD ist gut beraten, wenn sie sich nicht selbst Tabus aufbaut", sagte Wowereit, der im Wahlkampf mit ähnlichen Aussagen für Ärger in der SPD gesorgt hatte. Zwar sei die Linkspartei auf Bundesebene derzeit nicht koalitionsfähig. Ob das aber 2009 immer noch so sei, könne niemand voraussagen. Die Berliner SPD regiert seit Anfang 2002 zusammen mit der PDS, die jetzt Linkspartei heißt.

Eine Neuauflage dieser Koalition auf Landesebene ist für den neuen SPD-Vorsitzenden Matthias Platzeck nicht ausgeschlossen. "Wir haben es in der SPD immer so gehalten, dass die Landesverbände entscheiden, was gut ist für ihr Land. (...) Wir werden keinen demokratischen Zentralismus einführen", sagte er der "Märkischen Allgemeinen" (Donnerstag).

Er ließ zugleich deutliche Distanz zur Linkspartei erkennen: Die frühere PDS stehe für "Wirklichkeitsverweigerung, Rückwärtsgewandtheit, Abschottung", sagte Platzeck der Passauer Neuen Presse. "Das sind nicht die Dinge, mit denen man irgendetwas für die Menschen zum Positiven bewegen kann."

Platzeck will "alles dafür tun, dass sich die strukturelle linke Mehrheit in Deutschland in der sozialdemokratischen Partei versammelt".

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(dpa)