Nach dem Kompromiss der Innenminister können rund 20.000 bislang nur geduldete Ausländer ein zweijähriges Bleiberecht beantragen. Schätzungen zufolge werden weitere 60.000 von der Neuregelung profitieren - wenn sie einen Job finden.
Nach dem Kompromiss der Innenminister zur Neuregelung des Bleiberechts können Ausländer mit einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz von Montag an in Deutschland eine auf zwei Jahre befristete Aufenthaltsgenehmigung beantragen.
Anzeige
Dies betrifft laut Schätzungen rund 20.000 bislang nur geduldete Ausländer. Alle anderen haben bis zum 30. September des kommenden Jahres Zeit, sich eine Arbeit zu suchen.
Laut Schätzungen profitieren von der Neuregelung insgesamt zwischen 60.000 und 100.000 Ausländer.
Insgesamt gibt es aber rund 180.000 geduldete Ausländer, deren Status zunächst teils unklar bleibt. Die Innenminister von Bund und Ländern hatten sich nach zähem Ringen am Freitag auf eine Bleiberechtslösung geeinigt.
Voraussetzung ist neben einer dauerhaften Anstellung, dass Alleinstehende seit mindestens acht Jahren und Familien mit wenigstens einem Kind seit sechs Jahren in Deutschland gelebt haben. Wer keinen Job finden sollte, soll abgeschoben werden.
Die Flüchtlinge dürfen sich nach Angaben des Bundesinnenministeriums auf dem "ganz normalen Arbeitsmarkt" um eine Stelle bemühen. Bei einer festen Zusage des Arbeitgebers bekommen die Geduldeten den Angaben zufolge zunächst eine befristete Aufenthaltserlaubnis für zwei Jahre und dürfen arbeiten.
Bei der Jobsuche gelte nicht mehr das so genannte Vorrangprinzip. Demnach konnten Geduldete bisher legal nur dann eine Arbeit annehmen, wenn sich kein Bundesbürger oder EU-Ausländer dafür interessierte.
(AP/dpa)
Die Ärzte in München