Sodann sagt, was er denkt. Den Chef der Deutschen Bank, Ackermann würde er gerne verhaften lassen. Damit er das auch mal gemacht hat. Der "Bundespräsident des Volkes", wie ihn Lafontaine nennt, wollte auch auf hoher See gegen die Kluft zwischen Arm und Reich kämpfen.

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Eigentlich hätte er in diesen Tagen mit Norbert -"die Rente ist sicher"- Blüm und ihrem gemeinsamen Programm "Blüm & Sodann" auf einem Kreuzfahrtschiff die Gäste unterhalten sollen. Der Präsidentenkandidat als Special Guest einer Südseetour. Die Reise ist jetzt abgesagt. Das Schiff hat einen Motorschaden.

Präsidentschaftskandidaten-Maskottchen

König Sodann gilt inzwischen als das Präsidentschaftskandidaten-Maskottchen der Republik. Die öffentliche Kritik ist verheerend. Im Stern verteidigt er sich kürzlich. Er sehe sich weniger als Narr denn als "König, dem zumindest ein Zacken in der Krone runterhängt". Ein volksnaher Präsidentschaftsbewerber eben.

Auf dem Empfang der Linken ist es nicht ganz einfach Gäste zu finden, die offen etwas zu Sodann sagen wollen. Die meisten wollen gar nichts sagen. Und die, die was sagen, sind voll des Lobes. Und nicht mal dann wollen sie ihren Namen lesen.

Ein "Mann aus dem Volk", sei Sodann, sagt einer. Eine andere nennt ihn einen "loyalen Typ", während der Kandidat von Grüppchen zu Grüppchen wandert, hier eine Hand drückt, dort eine Schulter klopft.

Ein junger Mann mit drei silbernen Ohrringen ist ganz begeistert: "Nach all dem, was der mit der SED damals erlebt hat - toll, dass er heute für uns kandidiert."

Soviel Zustimmung. Sodann wird wohl auf die geschlossenen Stimmen der Linksfraktion zählen können, wenn es in der Bundesversammlung am 23. Mai zu den Wahlurnen geht. Und danach? Vielleicht passen ja die fürs Schloss Bellevue gedachten Vorhänge auch ins Sodann'sche Eigenheim in Halle.

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(sueddeutsche.de/odg/gba)