Peter Sodann ist Kandidat der Linken für das Amt des Bundespräsidenten. Nur zu sagen hat er an diesem Abend nichts - vielleicht besser so.
Kalter Zigarettenhauch hängt noch im grau karierten Jackett, als er die Reporterin an beiden Armen packt und sie ganz nah an sich heran zieht. Dann flüstert er ihr ins Ohr: "In Gedanken habe ich die Vorhänge für das Schloss Bellevue schon bestellt."
Bild vergrößern
Tritt für die Linke an bei der Bundespräsidentenwahl im Mai: Schauspieler Peter Sodann, hier auf einem Archivbild (© Foto: AP)
Anzeige
Der Kandidat für die Bundespräsidentschaft der Linken hat wohl eben noch auf der Terrasse der Fraktionsebene im Reichstag eine Zigarette geraucht. Es ist der Neujahrsempfang der Linksfraktion. Die Partei- und Fraktionschef Oskar Lafontaine, sein Co-Fraktionschef Gregor Gysi und Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau haben schon gesprochen. Peter Sodann nicht.
Dabei hätten wohl viele hier gerne erfahren, wie er sich den 23. Mai vorstellt. Dass er wirklich Bundespräsident wird, ist nach menschlichem Ermessen völlig ausgeschlossen.
Nun ja, Peter Sodann sieht noch eine kleine Chance, wie er der Reporterin verrät: "Wenn die CDU und die SPD ein Virus erwischt ..., die FDP und die Grünen haben ja keinen Kandidaten ..." Sodann grinst, er meint das ja nur "sarkastisch", wie er vorher ausdrücklich versichert.
Ein bisschen Vorsicht kann ihm nicht schaden. Denn nicht alles, was Sodann sagt, kommt gut an. Das muss ihm im Blut liegen. Schon früh hat der Kandidat aus dem sächsischen provoziert. 1959 leitet er an der Leipziger Theater-Hochschule das Studentenkabarett "Rat der Spötter".
Die Sache mit dem Klo
Das Publikum ist begeistert - die Partei der Einheitssozialisten weniger. Das Kabarett wird als "konterrevolutionär" eingestuft und aufgelöst. Sodann wandert für neun Monate ins Gefängnis.
Als die Linke Sodann im Oktober 2008 zum Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten macht, kennen ihn die meisten nur als Tatort-Kommissar Bruno Ehrlicher. Und ehrlich ist Sodann.
Wie bei seiner offiziellen Vorstellung als Kandidat. Da erzählt er, dass er morgens auf der Toilette gerne Kreuzworträtsel löst. Allerdings mit Lösungsheftchen. Er habe morgens gerne "zwei Erfolgserlebnisse".
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Zoff im Bundesgerichtshof: Eine Personalie führt zu heftigen Verwerfungen – die Akte Karlsruhe. Seite Drei Jetzt lesen ...
Umstrittenes Anti-Piraterie-Abkommen
Lohnzettel auf Facebook
Parteispender 2010
Putin, der "Alpha-Rüde"
Politiker und ihre Pannen
Kalter Zigarettenhauch hängt noch im grau karierten Jackett, als er die Reporterin an beiden Armen packt und sie ganz nah an sich heran zieht. Dann flüstert er ihr ins Ohr: "In Gedanken habe ich die Vorhänge für das Schloss Bellevue schon bestellt.
--
ich erwarte von einer zeitung sachliche berichterstattung und will keine dreigroschenromane lesen.....
...ich bin enttäuscht, dass einseitige Berichterstattung scheinbar nicht nur die Boulevard-Presse beherrscht, sondern auch, wie sagt man, seriöse Tageszeitungen...und sind die Artikel auch nur online geschaltet.
Ich selber war an diesem Montag zum Neujahrsempfang der Linken geladen und bin der Eine, der Sodann einen "loyalen Typen" nannte. Und tatsächlich habe ich ihn als einen solchen kennengelernt und das ist ihm nicht abzustreiten. In Bezug auf seine Kandidatur äußerte ich mich jedoch komplett negativ. Wie seltsam, dass dieser Teil nicht berichtet wird. Wie seltsam, dass niemand seinen Namen in diesem Artikel lesen wollte - ich habe meinen sogar zweimal wiederholen müssen...und ich finde, Christian Haase ist kein komplizierter Name.
Liebe Leser dieser Kommentare...nicht alles, was geschrieben steht, muss die Wahrheit sein. Und wenngleich der Neujahrsempfang der Linken kein staatstragender Akt und meine Meinung zur Kandidatur Sodanns so wichtig wie ein Blatt im Wind ist, so musste ich diesen Kommentar schreiben, um zu erzählen, dass Frau Franziska von Kempis ihrem Artikel bewusst eine Richtung gab und Ihnen das Bild eines Abends vermittelte, der so nicht stattfand.
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
..nur schlußfolgern dass die Linke das Amt des Bundespräsidenten nicht ernst nimmt
Zum Bundespräsidenten in der Bundesrepublik Deutschland kann sich wählen lassen, wer deutscher Staatsangehöriger ist, das Wahlrecht zum Bundestag besitzt und mindestens 40 Jahre alt ist! Voraussetzung dafür ist NICHT: Eine besonders gutes Vorstellungsvermögen über die möglichen Geschehnisse an einem 23. Mai. Es bedarf auch nicht: eine[r] gewisse[n] Vorsicht. Es reicht allein, was Art. 54 Abs. 1 GG fordert.
Wir werden dass Ergebnis (recht)zeitig erfahren. Begleitet wird die kommende Wahl zum Bundespräsidenten im Vorfeld von Klatsch und Tratsch in den Medien.
Paging