"Ich wollte das nicht" - sueddeutsche.de liegt exklusiv die nicht gesendete Neujahrsansprache von Kanzlerin Dr. Angela Merkel vor.
Angela Merkel, 56, bereitet sich gewissenhaft auf die Neujahrsansprache vor. Sie ist stets ein Quotenerfolg des deutschen Fernsehens. In diesem Jahr hat die Bundeskanzlerin und CDU-Chefin zwei Versionen ausgearbeitet: eine softe und offizielle, sowie eine radikal-ehrliche. sueddeutsche.de ist es gelungen, die Fassung mit der ungeschminkten Wahrheit zu bekommen. Sie wird im Folgenden dokumentiert.
Bundeskanzlerin Angela Merkel - mit Blumenbouquet, Deutschlandfahne und Blick auf den Reichstag. (© Foto: Reuters)
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"Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
der Jahreswechsel ist die Zeit, sich in paar Gedanken über Zukünftiges zu machen. Die Fragen die uns, die mich, die Sie umtreiben, sind oft die gleichen. Wie geht es weiter mit dem Frieden in der Welt? Wie geht es weiter mit diesem Land? Und wie geht es weiter mit dieser Regierung?
Es ist natürlich die Zeit neuer Vorsätze, so wie eigentlich jedes Jahr. Die einen wollen mit dem Rauchen aufhören, die anderen abnehmen. Ich habe mir vorgenommen, ehrlich mit Ihnen zu sein. Diese Neujahrsansprache soll der Auftakt dafür sein. Wahrheit ist das kostbarste Gut, das wir in Deutschland haben, noch vor der Umwelttechnologie, die wir in alle Welt exportieren.
Machen wir uns kurz bewusst, in welchem Glück wir eigentlich leben. Wir leben in Frieden und Sicherheit. Das ist vielen Menschen, ob in Pakistan oder im Irak, in Palästina oder Israel, nicht vergönnt. Ja, in Afghanistan sind wir verantwortlich für den Tod vieler Zivilisten. Das ist nicht zu entschuldigen. Was immer die Bundesregierung an Unterstützung geben kann, um Frieden herzustellen, das wird sie tun. Auch wenn das den Abzug aller deutscher Soldaten bedeuten würde.
Gemessen an den Sorgen der Opfer von Kriegen und Gewalt muten unsere Probleme in Deutschland vergleichsweise gering an.
Und dennoch ist das kein Grund, es nicht offen einzuräumen. Am 27. September haben Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Ihren Stimmen eine neue Regierung gewählt. Eine aus CDU, CSU und FDP. Wenn ich damals geahnt hätte, was das bedeutet, wäre ich zu anderen Schlussfolgerungen gekommen.
Das Grab der schwäbischen Hausfrau
Wir leben über unsere Verhältnisse. Das habe ich schon gesagt, als ich noch nicht Ihre Bundeskanzlerin war. Jetzt muss ich das Gegenteil von dem vertreten, was ich eigentlich will. Sie kennen ja das Bild von der schwäbischen Hausfrau, die nur das ausgibt, was sie auch einnimmt. Und jetzt bin ich im Begriff, nicht zu verhindern, der schwäbischen Hausfrau ihr Grab zu schaufeln. Das bekümmert mich.
Mein Freund Norbert Lammert hat recht, wenn er große Teile unseres Wachstumsbeschleunigungsgesetzes geißelt. Schon der Name soll Sie in die Irre führen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Wachstum verspricht sich nicht einmal die FDP von dem Gesetz. Manche von Ihnen werden von unseren Steuersenkungen profitieren, ich denke an Hotelbesitzer und Erben. Aber das sage ich auch: Das geht auf Kosten nachfolgender Generationen.
Ich sage ihnen ganz ehrlich: Das war nicht das Allerbeste, was wir bisher als schwarz-gelbe Koalition abgeliefert haben. Das zeigte eben nicht jene Exzellenz, die wir beispielsweise von unseren Hochschulen oder unseren Bankern und Managern erwarten. Selbstkritisch füge ich hinzu: Wir haben uns von der FDP über den Tisch ziehen lassen. Dieser ökonomische Widersinn mit Steuersenkungen auf Pump und dieses Geschenk der reduzierten Mehrwertsteuer für Hoteliers hat zu Recht die Experten wütend gemacht.
Und: Es war gestrig, noch mehr Geld in die Familien zu geben - statt endlich mehr Geld in bessere Betreuung, bessere Bildung zu investieren. Ich sage Ihnen, ich wollte das alles nicht. Es muss Schluss sein mit der vereinigten Lobby-Politik in diesem Land. Ich bin bereit für den Kampf und will nicht immer nur den kleinsten Nenner suchen, den andere dann als Erfolg verkünden.
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http://d11b.de/blog/2009/12/merkels-neujahrs-versprecher-kanzlerkantine-teil-ii/
.....hatte ich mich gefreut. (nachdem ich die Seite irgendwie nach SZ-Satireseite oder ä durchsucht hatte).
Plötzlich erschien mir Frau Merkel als Revolutionärin, als mögliche Retterin der politischen Kultur, nicht zuletzt dem, was man unterstellt "Demokratie" zu sein.
Aber nein, es ging ja gar nicht! Niemals hätte sich die Bundeskanzlerin dazu hergegeben, dem Volk ein Stück Wahrheit und Realität zu vermitteln. Im nächsten Moment war ich wieder ernüchtert, wie zuvor. Ich erinnerte mich wie Merkel überhaupt "an die Macht" gekommen war, nein nicht durch REALpolitik, durch Hintertürchen und knallhartes taktieren. Eine Frau die beim Reden so unkoordiniert-möchtegern-blendend mit den Armen schwenkt kann leider nicht so sein. Und wäre auch längstens Bundeskanzlerin gewesen, was ihr selbstverständlich viel zu wichtig ist, als es einem Stück Wahrheit, nicht mal dem großen Wort "Wahrheit", nur ein wenig Offenheit, zu opfern.
Aber ne gute Aktion, Danke SZ, sowas wirkt dann doch "erhellend", ja sogar wirklich erhellend.
Existiert nun wirklich diese "wahre Rede" aus Merkels Feder, oder ist sie ein verfrühter April-Scherz?
Wenn Merkel diese wirklich nicht gehaltene Rede "unabsichtlich" in gewissen Kanäle lanciert hat, warum schlägt sie so wenig Wellen? Wacht die "Journaille" erst nach DreiKönig auf?
... die du bist in der Waschmaschine, gerufen werde dein Name, der da heißt Gabriele (für ewig und drei Tage verstockt Böswillige auch: Zonen-Gaby, befreite).
Dein Reich nimmt sich die Freiheit, sich nicht wie eine halbgeschälte Bananenrepublik zu fühlen, dein Wille, den Verzweifelten im Lande einen Heiland anzukündigen, ist höchst begrenzt (denn es hat ja oben schon ein helles Köpfchen mit selbstpoliertem Heiligenschein - dich), wie im Kabinett also auch in einig Eiland (nunmehr ohne Käfighaltung).
Unser täglich Tigerenten-Ragout "Neganda 2010" (das Risotto dazu deutlich weniger dirkumagelb) gib uns im angebrochenen Jahr der Offenbarung des Ablebens von Maßlosigkeit (ach, Josef - Kennst du das Land, wo die Billionen blüh'n?), wie ihn dein treuer Lämmerhirt in der Foster-Krippe postulierte (ach, Norbert), und sieh uns nach unser naives Verlangen nach schwäbischer Hausfrauen-Wirtschaft (Kennst du das Land, wo die Penunzen flieh'n?), wie wir vergeben deinen Posaunenengel-Auftritt in Wilhelmine Meister-Mignons theatralischer Sendung "Kennst du das Land, in dem die Phrase blüht?" (Arno Holz).
Und führe uns nicht in neue Verhältnisse der ackermännischen Angelaner und des hypoestatischen Magiertums, sondern bewahre uns naßfüßige Selig-Insulaner und weißblau rautierte Highländer vor der Elen(d)a-igen Datenablegebatterie, auch der leutheussigen hinter dem Schnarrenberge.
Denn dein ist das Amt für androgyne Erzengelei und die lilienhafte Jungherrlichkeit (Tilda Swinton Breitformat, aber in Hellblazer) und - da war doch was? Richtig, Rücksturz zur Erde! - die Gabrielenetiquette im Tableau vivant mit den Drei Weisen aus dem Okzident, Kaspar Sarkozy, Melchior van Romp..(who?), Balthasar Obama.
Anders wäre besser (zumal auf der Reise um die weite Welt die große Welle Guidonami sich vor Londonistan selbst abwestert, ehe sie ständig Schaum gebärend in sich zusammenfällt).
(Achtung Satire - ist allzeit um vielgestaltige Erhellung im babylonischen Expertengebrabbel bemüht, deshalb: Kreubst du das Land, wo die Zertissen breun, im dischen Lurb die Gonten-Schaffeln geun? Ein sichter Wold vom bluschen Hierzel waust, die Mepse strall und hiech der Leubahr staust ... Dank, o Serenus M. Brezengang, Dank)