Bei der Suche nach dem flüchtigen zweiten Bahn-Attentäter setzen die Terror-Fahnder auf Hilfe aus der Bevölkerung. Das Bundeskriminalamt veröffentlichte ein neues Fahndungsplakat.

Die Bundesregierung hat sich bereit erklärt, den Sicherheitsbehörden mehr Geld für den Anti-Terror-Kampf zur Verfügung zu stellen. Die Innenminister des Bundes und der Länder wollen sich in der kommenden Woche bei einer Sondersitzung mit der Terrorismus-Bekämpfung beschäftigen.

Fahndungsfoto, ddp

Fahndungsfoto des Verdächtigen: Jihad H. ist immer noch auf der Flucht. (© Foto: ddp)

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Gegen den flüchtigen zweiten Bahn-Attentäter ist unterdessen Haftbefehl erlassen worden. Der Mann werde wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, des vielfachen versuchten Mordes und der versuchten Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion gesucht, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

"Panik ist nicht angebracht"

BKA-Präsident Jörg Ziercke sagte dem Auslandsfernsehen der Deutschen Welle, auch im Ausland werde die Suche nach dem flüchtigen Libanesen verstärkt. Nach Erkenntnissen seiner Behörde hat sich der 20-Jährige mit hoher Wahrscheinlichkeit in Richtung Libanon abgesetzt. Laut NDR weist die Spur des Verdächtigen in die Hauptstadt Beirut. "Solange wir den zweiten Täter noch nicht haben, dauert die Gefahr an", sagte Ziercke dem Fernsehsender n-tv. "Aber ich sage auch ganz klar: Panik ist nicht angebracht."

Eine Rückkehr des Verdächtigen nach Deutschland schloss das BKA indes nicht aus. "Inwieweit der jetzt identifizierte zweite Verdächtige auch zurückgekehrt ist, muss ich offen lassen", fügte Ziercke an. Zusammen mit einem 21-jährigen Libanesen, der am Samstag in Kiel festgenommen worden war und in Untersuchungshaft sitzt, soll der 20- Jährige am 31. Juli einen Kofferbomben-Anschlag auf zwei Regionalzüge der Bahn versucht haben. Die Bomben detonierten nur wegen eines technischen Fehlers nicht.

Nach Informationen der Bild-Zeitung war der Flüchtige auf Einladung eines Essener Autohändlers, der Mitglied des städtischen Integrationsbeirates ist, nach Deutschland gekommen. Der Geschäftsmann war am Dienstag festgenommen worden, kam am Mittwoch aber wieder frei, wie die Stadt Essen berichtete. Auch ein zweiter Mann, der nach Durchsuchungen in Essen und Oberhausen verhört worden war, befand sich wieder auf freien Fuß. Die Männer waren "Kontaktpersonen", weitere Einzelheiten gab die Bundesanwaltschaft nicht bekannt.

Schäuble fordert Muslime zur Mitarbeit im Anti-Terror-Kampf auf

Wie die Kölner Universität mitteilte, war der Verdächtige dort nicht eingeschrieben und hatte auch keinen Deutschkurs belegt. Laut WDR wollte er im Januar aber über das Studentenwerk einen günstigen Wohnheim-Platz bekommen. Der Geschäftsführer des Studentenwerks, Peter Schink, bestätigte, dass sich der Name des Verdächtigen im Januar auf einer 8000 Namen umfassenden Liste mit Bewerbern befunden habe.

Unterdessen hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Muslime in Deutschland zur Mitarbeit im Anti-Terror-Kampf aufgerufen. "Die große Mehrheit der Muslime muss lauter sagen, was sie denkt - dass sie den Terror ablehnt", sagte Schäuble der Wochenzeitung Die Zeit.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland bot eine noch stärkere Zusammenarbeit an und warnte gleichzeitig vor einer Spaltung der Gesellschaft. Der Zentralrat bekomme vermehrt Droh- und Schmähbriefe per Post und E-Mail, sagte Generalsekretär Aiman A. Mazyek. "Wir müssen dagegen arbeiten, weil es letztendlich den Sieg der Terroristen bedeutet, wenn die Spaltung.

(dpa/AFP/AP)

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