NSA, FBI, DIA, CIA und andere US-Behörden bemühen sich, Terrorangriffe in den USA zu verhindern. Die Untersuchungskommission zum 11. September ist jedoch offenbar zu dem Schluss gekommen, dass deren Arbeit nicht ausreicht. Ein weiterer Inlandsgeheimdienst nach dem Vorbild des britischen "MI5" soll nun helfen.
Die Kommission wird in ihrem Bericht auf schwer wiegende Versäumnisse der Geheimdienste und der Bundeskriminalpolizei FBI hinweisen.
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Die Flugzeugentführer haben demnach Lücken der Geheimdienstarbeit und Kommunikationsmängel der Behörden ausgenutzt, als sie im Sommer 2001 in die USA kamen und am 11. September vier Passagierflugzeuge in ihre Gewalt brachten.
Die zehn Mitglieder der Kommission diskutieren zurzeit noch darüber, welche Empfehlungen ihr Bericht enthalten soll. Erwogen wird auch der Aufbau eines Inlandsgeheimdienstes nach dem Vorbild des britischen "MI5".
"Es gibt einen breiten Konsens, dass größere Änderungen erforderlich sind", sagte der ehemalige Marineminister John Lehman. "Wir müssen sicherstellen, dass alle Geheimdiensterkenntnisse zusammengeführt und ausgetauscht werden, die uns dabei geholfen hätten, den 11. September zu verhindern."
Eine der möglichen Empfehlungen ist die Bildung eines besonderen Inlandsgeheimdienstes. Bisher haben die USA im Wesentlichen drei Geheimdienste: den Auslandsgeheimdienst CIA, die National Security Agency (NSA) für die Nutzung modernster Abhörtechniken und den Militärgeheimdienst DIA.
Als Alternative zur Gründung einer eigenen Behörde hat FBI-Direktor Robert Mueller nach Angaben von Kommissionsmitglied Timothy Roemer vorgeschlagen, eine Geheimdienstabteilung innerhalb des FBI einzurichten.
Derzeit befassen sich mindestens 14 Organisationen mit Aufklärung, die in der Intelligence Community zusammengefasst werden. Neben dem Auslands-Geheimdienst CIA und dem Überwachungs- und Abhördienst NSA gibt es den Militärischen Geheimdienst DIA. Darüber hinaus haben Army, Navy, Air Force und Marine Corps einen eigenen Aufklärungsdienst.
Das FBI bemüht sich, wie das Heimatschutzministerium, Terroristen in den USA aufzuspüren. Auch die Küstenwache befasst sich als Grenzschschutz-Behörde mit Aufklärung.
Das Energieministerium analysiert unter anderem die Gefahr, die von ausländischen Atomwaffen ausgeht. Darüber hinaus gibt es noch das Außenmisterium und das Finanzministerium, die eigene Aufklärungsarbeit leisten, sowie die National Geospatial-Intelligence Agency (NGA) und das National Reconnaissance Office.
Die Untersuchungskommission wurde 2002 vom Kongress eingerichtet, um Versäumnisse von Regierungsbehörden vor dem 11. September offen zu legen. Die Kommission hat mehr als 1000 Zeugen befragt, unter ihnen auch US-Präsident George W. Bush und mehr als zwei Millionen Dokumente gesichtet. Der Abschlussbericht soll am 26. Juli vorgelegt werden.
(sueddeutsche.de/Hope Yen/AP)
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