Arbeitsminister Scholz verkündet eine gute Nachricht für Ruheständler: Die Bundesregierung wird die Renten zur Jahresmitte um 1,1 Prozent erhöhen. 20 Millionen Menschen profitieren von der Neuregelung, für die noch Gesetze geändert werden müssen.
Die große Koalition will kurzfristig die Rentenformel ändern, um den 20 Millionen Ruheständlern zum 1. Juli mehr Geld zukommen zu lassen. Dies gab das Bundesarbeitsministerium in Berlin bekannt.
Sozialminister Olaf Scholz will den Riester-Faktor aussetzen. (© Foto: AP)
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Nach dem Plan von Sozialminister Olaf Scholz (SPD) soll der sogenannte Riester-Faktor für zwei Jahre ausgesetzt werden. Dieser dämpft Rentenerhöhungen um etwa 0,6 Prozent. Ohne die Korrektur würde die Erhöhung nur bei 0,5 Prozent liegen. Die beiden ausgesetzten Stufen werden 2012 und 2013 nachgeholt.
Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte, Scholz habe sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie den Fraktionen von Union und SPD abgestimmt. Die Kosten lägen bei rund 1,2 Milliarden Euro.
Eine höhere Rentensteigerung für dieses Jahr kann Steg zufolge ohne Beitragserhöhungen und auch ohne höhere Steuerzuschüsse des Bundes finanziert werden. Die erhöhte Rentenanpassung sei dank der positiven finanziellen Lage der Rentenkassen und ihrer wieder höheren Reserven möglich, sagte er in Berlin.
Die Formel zur Berechnung der jährlichen Rentenerhöhung, die sich an der Lohnentwicklung orientiert, sei kein Naturgesetz und könne politisch nachjustiert werden, sagte Steg. Die Regierung werde allerdings nicht nach Kassenlage die Altersbezüge erhöhen, sondern anhand der sozialen Entwicklungen.
CSU einverstanden
In der großen Koalition sei schon länger diskutiert worden, ob angesichts der starken Inflation und der zum Juli steigenden Beiträge zur Pflegeversicherung entsprechende Rentenerhöhungen vorgenommen werden müssten. "Es ist das gemeinsame Ziel, eine Regelung zu finden, die in dieser Situation allen gerecht wird und auch dem Gerechtigkeitsempfinden genüge tut."
Mit dem Schritt solle die besondere Situation der Rentner berücksichtigt werden, damit auch sie am wirtschaftlichen Aufschwung teilhaben können. Rentner hätten das Gefühl, dass die zuletzt geringfügigen Anpassungen durch die Preissteigerungen wieder "aufgefressen" würden.
Eine Sprecherin des Arbeitsministeriums erklärte, mit der Rentenerhöhung steige automatisch auch die Grundsicherung für bedürftige Ruheständler. Eine Anhebung um 0,6 Punkte würde hier mit 150 Millionen Euro zu Buche schlagen, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums.
Zuletzt war berichtet worden, dass die Renten Mitte des Jahres nur um 0,5 Prozent steigen würden. Das Sozialministerium betonte, noch werde mit "spitzen Zahlen" berechnet, wie hoch die Erhöhung ausfällt.
CSU-Chef Erwin Huber erklärte die Zustimmung seiner Partei zu einer geänderten Rentenformel. "Die CSU unterstützt die Pläne der großen Koalition für eine höhere Rente", sagte Huber am Freitag.
Trotzdem Kaufkraftverluste
"Angesichts der Lebensleistung der heutigen Rentner und der schmerzlichen Preissteigerungen ist diese Maßnahme gerechtfertigt und notwendig", sagte Huber. Zugleich betonte der CSU-Vorsitzende, es dürfe auf Dauer bei der Demographiesicherheit der Rentenformel keine Schwächung geben.
Auch bei einer Rentenerhöhung um etwa ein Prozent müssten die mehr als 20 Millionen Rentner angesichts der Teuerungsrate von mehr als zwei Prozent erneut Kaufkraftverluste hinnehmen. Sie sollen auch die Anhebung des Beitrags zur Pflegeversicherung zur Jahresmitte um einen viertel Prozentpunkt aus eigener Tasche bezahlen.
Mit der sich nun abzeichnenden Gesetzeskorrektur - sie führt bei den Rentenkassen zu einer Mehrbelastung von jährlich etwa 1,2 Milliarden Euro - will die Regierung offensichtlich weiteren Unmut bei den Ruheständlern dämpfen. Im Vorjahr lag das Rentenplus bei 0,54 Prozent, von 2004 bis 2006 gab es drei Rentennullrunden in Folge.
(AP/dpa/Reuters/gal/maru/mako)
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Diese 1,1% (brutto!), die die Pensionisten an Pensionserhöhung bekommen, haben sie aufgrund der unglaublichen Teuerungen, denen die Regierung völlig freien Lauf ließ, über die Abgaben, die über die sündteuren Waren eingehoben werden, mehrfach(!) selbst in die Staatskasse einbezahlt. Anders gezahlt, diese Regierung, die auf allen Gebieten den Preistreibereien völlig freie Hand ließ, hätte etliche Milliarden gar nicht eingenommen, wenn es keine Preistreibereien gegeben hätte.
Übrigens ist es auch dasselbe bei der Lohnsteuer. Auch da hätte die Regierung zig Milliarden überhaupt nicht eingenommen, wenn es keine Lohnerhöhungen gegeben hätte.
Wobei man schon anmerken darf, dass die Lieblingsklientel der CDU/CSU (Konzerne, Banken, Großaktionäre, Großindustrie bzw. die hohe Wirtschaft im allgemeinen) ja stets am liebsten Null(!) Lohnerhöhungen hätte! Und auch Null(!) Zulagen!
Da würde der Finanzminister aber dumm schauen, wenn es wirklich nie Lohnerhöhungen gäbe und er den Arbeit- und Dienstnehmern auch nicht immer wieder zig weitere Milliarden abknöpfen könnte.
Und wie sollte die politische Führung dann auch jenen Gesellschaftsschichten, denen es in Deutschland so gut wie noch nie nach dem Krieg geht, weitere Entlastungen und noch mehr Geschenke zukommen lassen können? Den Leuten, denen es am besten in Deutschland geht, würden doch die Tränen in die Augen schießen!
@ wienun: Ihre Beispielrechnung ist nicht frei von Fehlern. Im Jahre 2005 hatten wir ein Verhältnis von unter 1 : 1,5 sozialversichertenpflichtig Beschäftigten. Nach dem statistischen Bundesamt hat sich die Situation insofern geändert, dass 29,5, Mio. Menschen leicht verbessert. Demnach müsste die Rentenversicherung schon längst in sich zusammengebrochen sein. Hinzu kommt, dass durch die Einführung der Riester - Rente der Rentenversicherung nach Expertenberechnungen pro Jahr ca. 16,00 Milliarden an Beiträgen verloren gehen. Politisch ( sprich von der Finanzwirtschaft ) gewollt.
Weiterhin sprechen Gesundheitsexperten besorgt davon, dass die jungen Leute häufig Übergewicht und Bewegungsmangel haben und erwarten in jüngeren Jahren daher massive Gesundheitsprobleme mit den daraus resultierenden Folgen.
Daher sind die Angaben die Sie gemacht haben nicht relevant, werden aber gleichwohl aus oben angeführten Gründen von fast allen immer wieder neu heruntergebetet.
@unschuldvomland
Ich habe noch nie gehört, dass z.B. die Inhaber von VW-Belegschaftsaktien auf der Jahreshauptversammlung den Antrag eingebracht hätten, lieber die Dividende zu erniedrigen und dafür eine Spende an die BfA (Rentner) zu machen...
Panikmache: Immer weniger Arbeitsfähige müssen in finsterer Zukunft immer mehr Knickspreitzsenkfüßige oder Rentner oder Dopingsünder oder Papageienhalter oder was auch immer sich wie Karnickel vermehrt, versogen.
Entwarnung: Von den Arbeitstätigen werden alle Bürger versorgt oder, das stetig ansteigende Bruttoinlandprodukt wird unter einer abnehmenden Bevölkerung gerecht aufgeteilt.
Das Luxusproblem des stehts steigenden BIP/Kopf liegt im gerechten Vetreilen.
Es geht nicht darum, wem mehr lieber wäre, sondern was zum einen gerecht und zum anderen volkswirtschaftlich angemessen ist.
Die Gewinne der Unternehmen 2006 und 2007 wurden unterproportional an die Arbeitnehmer und Rentner weitergegeben. Deshalb ist auch die Binnenkonjunktur 2006 und 2007, besonders nach der MWSt-Erhöhung, nicht gut gelaufen und wird es 2008 und 2009 auch nicht tun. Und der Außenhandel 2008 und 2009 mit dem teuren Euro, das Steckenpferd der Neoliberalen ?
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