Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi auf dem Höhepunkt seiner Macht: Er gründet die Partei Popolo della Libertà und lässt sich zum Anführer küren.
Es ist ein besonderer Augenblick im Leben des Silvio Berlusconi und ein spezieller Moment für die italienische Demokratie: Am Sonntag um 12 Uhr 5 erheben 6000 Delegierte der neuen Partei "Popolo della Libertà", "Volk der Freiheit", den 72 Jahre alten Multimilliardär per Akklamation zu ihrem Anführer.
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(© Foto: dpa)
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Es gibt keine Gegenstimme und keinen Gegenkandidaten. Die Messehalle, in der der Gründungsparteitag abläuft, tobt, die Menschen schwenken Fahnen, die Parteihymne "Gut, dass es Silvio gibt" ertönt.
Dann schreitet der Triumphator auf die Bühne, legt die rechte Hand auf die Brust und nimmt die Ovationen entgegen. Als der Medienunternehmer Anfang 1994 mit seiner damaligen Bewegung "Forza Italia" in die Politik ging, haben ihn viele belächelt. Dieser Parvenü verstehe doch nichts von Politik und werde scheitern, wurde ihm prophezeit.
Nun, eineinhalb Jahrzehnte später, sind alle gescheitert, die dem sogenannten Cavaliere Grenzen setzen wollten: Staatsanwälte, Richter, Politiker der Linken wie der Rechten, Journalisten, Intellektuelle, Gewerkschafter und das europäische Ausland. Berlusconi ist auf einem neuen Höhepunkt seiner Macht angelangt.
Der Premier hat an diesem Wochenende die beiden wichtigsten Regierungsparteien Forza Italia und Alleanza Nazionale zu der Großpartei Popolo della Libertà unter seiner Führung zusammengespannt. Er spricht von der "Partei der Italiener", als ob es daneben keine legitime Kraft gebe, die die Interessen des Volkes vertritt.
Und er verheißt, in den kommenden Jahrzehnten werde sich die Politik um seine Partei drehen. Die Menschen in der Halle jauchzen, während gleich drei nationale Fernsehsender die Bilder bis in die letzten Winkel des Landes tragen.
Berlusconi hat schon am Freitag eineinhalb Stunden geredet, nun spricht er noch einmal. Seine Botschaften lassen sich in drei Teile gliedern. Erstens beschreibt er, wie er Italien angeblich vor dem Kommunismus rettete und warum die linke Opposition in der Tradition Stalins, Maos oder gar Pol Pots stehe.
Zweitens feiert er seine vorgeblichen Erfolge als nun schon dreimaliger Regierungschef. Er habe alle Versprechen gehalten, alles richtig gemacht und - im internationalen Maßstab - am schnellsten und am besten auf die Finanzkrise reagiert.
Drittens verspricht er, er werde "Italien aus der Krise führen", eine "liberale Revolution" auslösen und ein "wirklich modernes, freies und europäisches Land" schaffen. Hierzu fordert er mehr Macht für den Premier und damit für sich selbst.
In seinen Reden benennt Berlusconi einige Hauptprobleme des Landes: verkommene Schulen und Universitäten, Günstlingswirtschaft, ineffiziente Justiz, Benachteiligung von Frauen im Beruf, Umweltzerstörung, eine bürgerfeindliche Verwaltung und ein byzantinisch-kompliziertes Regierungssystem. Mit all diesen Missständen will der Freiheitsvolk-Führer aufräumen - dank seiner "Moral des Machens". Niemand in der Halle scheint sich zu wundern, warum der große Schaffer das nicht schon in den vergangenen 15 Jahren getan hat, in denen er die nationale Politik dominierte.
Berlusconi setzt auf das Propagandaprinzip Hoffnung, das besonders in Krisenzeiten erfolgreich ist. Mit seinen 72 Jahren wirkt er energiestrotzend wie eh und je. Ganz Italien scheint sich nach 15 Jahren unter seinem Einfluss und unter Berieselung durch seine Fernsehsender in die Vorstellung zu fügen, noch lange von dem kleinen, machtbewussten Mann dominiert und manipuliert zu werden.
Ganz Italien? Ausgerechnet Berlusconis neuer Parteifreund Gianfranco Fini, der langjährige Chef der postfaschistischen Alleanza Nazionale, gibt dem Premier Kontra. Vor dem Parteitag warnte er vor einem Führerkult um Berlusconi, auf dem Parteitag appellierte er in einer mutigen Rede an Berlusconi, "Pluralismus und Demokratie" zu garantieren. Er forderte "Respekt vor den Gegnern" und eine Zusammenarbeit mit der Opposition bei Verfassungsreformen.
Fini warnte vor einer anti-liberalen Politik in Ethikfragen. Außerdem müsse die Regierung die Rechte der Ausländer achten: "Wir dürfen keine Angst vor dem Fremden haben, wir sind selbst die Kinder eines Emigranten-Volkes." Man staunt: Der liberale Rechtsstaat wird in Italien derzeit am wirkungsvollsten von einem Ex-Faschisten verteidigt; und nicht nur der linksliberale Publizist Eugenio Scalfari findet: "Gut, dass es Fini gibt."
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Dieser Artikel des hiesigen Italien Korrespondenten ist wieder mal ein emblematisches Beisspiel stark tendenzioeser und missguenstiger Berichterstattung. Er wirft Berlusconi stets Manipulation vor, manipuliert hier jedoch selbst die Leserschaft indem er ihr, leicht recherchierbare Fakten ueber die zahlreichen, positiven Amtshandlungen der Mitte-Rechtskoalition um Berlusconi vorenthaelt oder diese aber einfach ignoriert.
Ihm und der 'SZ' scheint es in Sachen Berlusconi nicht mal ansatzweise um korrekte und objektive Berichterstattung zu gehen, nein, sondern schlicht und einfach um systematische Miessmache der Person und des Politikers Berlusconi. Und ein kurzer Blick in der langen Serie der Artikel dieses Korrespondenten, welcher sich seine Meinung hoechstwahrscheinlich ueber die Kommentare der ital. "Schwesterzeitung" 'LaRepubblica' bildet (die er liebevoll als LIBERALE ZEITUNG tituliert *ichlachmichschlapp*) zu Berlusconi hier unterstreicht dies sehr eindrucksvoll.
Serioeser Journalismus sieht etwas anders aus. ;)
mfg
m
Matteo
Man steigt in ein Flugzeug AL- Italia ( Air Franchs-KLM )und fliegt nach Rom, dort angekommen,erklaert eine freundliche Stimme,willkommen auf dem Privatbesitz von Solvio Berlusconi. Wir bitten Sie das Eintrittsgeld bereitzuhalten. die Polizei und die Justiz haben wir abgeschafft und durch Sicherheitskraefte der Mafiaclans ersetzt.Es ist ein Zsenario das wir bald haben,was sagt Bruessel dazu? Er Silvio wird nie ein Caesar werden,es fehlt ihm am Niveau,es wird nur langen fuer sein Vorbild Betino M. auch er war ein Sitzriese,hinter einem Schreibtisch,oder hoch zu Ross,sah das ganze sehr imposannt aus.Ich hoffe das Silvo B. nicht so endet wie Er,ihn hat man im April 1945 am Mailaender Dom aufgebahrt.
Was darf man denn jetzt eigentlich nicht schreiben über den Bonsai-Benito...?
...das böse D-Wort für den derzeit gültigen Italienischen Führer, oder Benito zusammen mit dem echten Nachnamen des Caimano, oder dass es im Gegensatz zu manchen Caimani bei dem wirklichen damals-Duce wenigstens noch die Vermutung geben könne, er habe es aus Patriotismus und Vaterlandsliebe getan, im Gegensatz zu Monsignore Fininvest, ders nur und ausschliesslich des Geldes wegen tut?
Oder wars der Teil über Deutschland im Vergleich...
Schwer zu sagen, aber immerhin vorauseilend gehorsam.
Bravi, loro della Süddeutsche, davvero!
.... "Italien" hat noch nie "funktioniert" im Verständnis hierzulande, warum sollte es auch? Die Familie, der Augenblick jetzt, die "bella figura" zählt, und letztendlich hat sich aus diesem Milieu ja auch einiges entwickelt.....
Ob das jedoch auch für noch für das 21. Jh. ausreicht, ist in der Tat zu bezweifeln, wenn venetianische Communen sich der autonomen Region Trento/Südtirol anschliessen wollen, und es in Triest mittlerweile schon mehr Monumente an das gute alte k.u.k. - Zeit erinnern als an die italienische Realität.... Wird spannend, was da noch so kommt.....
Warum streicht ihr meinen Brief,hat Berlusconi euch auch schon eingkauft?Oder hat er gar einen Zensor eingestellt. Oder gefaellt euch die Bezeichnung Duce nicht?
Paging