Der Charme des Neuen hatte sich schon verbraucht. Die WASG war wieder am Sterben, und die Linkspartei vor allem mit sich selbst beschäftigt. Jetzt werden sich beide Parteien zusammenschließen - oder sich gerade noch rechtzeitig ins Ziel schleppen.
Den 25. März 2007 wird man sich merken müssen. Linkspartei und WASG haben in Dortmund mit überwältigenden Mehrheiten ihre Verschmelzung zur neuen deutschen Linken beschlossen - eine historische Zäsur in der Parteiengeschichte. Zwar müssen die Mitglieder das Ergebnis noch billigen. Doch die Urabstimmungen gelten als Formsache, es reichen einfache Mehrheiten.
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(© Foto: AP)
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In Dortmund mussten noch 75 Prozent der Delegierten für die Fusion stimmen. Es wurden deutlich mehr. Und so kann jetzt tatsächlich die erste gesamtdeutsche Partei links von der SPD entstehen. Das alte bundesrepublikanische Vierparteien-System ist endgültig gesprengt.
Der Erfolg der Linken bei der Bundestagswahl 2005 war noch kein Garant für einen dauerhaften Erfolg. Damals war der Protest gegen Hartz IV noch nicht abgeklungen, die Schröder-SPD fiel gerade in sich zusammen, und die WASG galt als aufstrebende Partei.
Ideale Voraussetzungen für Oskar Lafontaine und Gregor Gysi. Ihr Comeback in die Politik wurde neugierig beobachtet. Doch das Wahl-Konstrukt 2005 wäre nicht wiederholbar gewesen: Die Linkspartei hatte einfach WASG-Mitglieder auf ihren Listen huckepack genommen.
In den vergangenen beiden Jahren hatte sich der Charme des Neuen verbraucht. Die WASG war eigentlich schon wieder am Sterben, und die Linkspartei nach den starken Verlusten bei der Berliner Landtagswahl vor allem mit sich selbst beschäftigt. Wäre der Zusammenschluss am Sonntag gescheitert, das Projekt einer gesamtdeutschen Linken wäre auf lange Zeit tot gewesen. Linkspartei und WASG konnten sich in Dortmund also gerade noch rechtzeitig ins Ziel schleppen.
(SZ 26.3.2007)
Bundespräsident Gauck
Das hat doch überhaupt nichts mit dem Artikel zu tun, oder?
@cooldog
Naja, irgendeiner wird sie wohl gewählt haben, sonst würden wir ja garnichts mehr von der Linke hören.
Viel spass allen weiterhin...
Meine Stimmabgabe für die Linkspartei bei der letzten Bundestagswahl habe ich übrigens
zu einem Gutteil als meine persönliche Replik auf die Berichterstattung der `Süddeutschen Zeitung'
verstanden. Also machen Sie nur weiter damit, vielleicht lassen Sie ja mal wieder ihre
neoliberalen Ideologiefunktionäre aus der Wirtschaftsredaktion ran, beim Gedanken an die
Ergüsse des Herrn Beise macht es gleich doppelt soviel Spass sein Kreuzchen bei der
Linkspartei zu machen....