Neue Erkenntnisse zu Zwickauer Terrorgruppe Mit aufgesetztem Kopfschuss getötet

Berichten zufolge soll es weitere Verbindungen zwischen der Familie der Polizistin und dem Trio gegeben haben: Wie Teilnehmer des Bundestags-Innenausschusses sagten, sei später in der Kneipe des Stiefvaters ein Mann als Koch eingestellt worden, der denselben Nachnamen trägt wie Beate Z., die einzige Überlebende des Trios. Das BKA bestätigte diese neuen Hinweise im Wesentlichen, sprach aber nicht vom Stiefvater, sondern lediglich von einem "Familienangehörigen". In welcher Beziehung Beate Z. zu dem Koch steht, ist nicht bekannt.

Die Bundesanwaltschaft wollte die Hinweise auf die Verbindung zwischen der Familie der Polizistin und dem Neonazi-Trio nicht kommentieren. Die Zwickauer Gruppe stehe weiter unter dringendem Tatverdacht, die Hintergründe seien aber Gegenstand interner Ermittlungen. "Die Tat passt in die Ideologie der Gruppe", sagte ein Sprecher der Behörde am Montag lediglich.

Das BKA gab außerdem neue Details zu den Todesumständen von Böhnhardt und Mundlos bekannt. Präsident Ziercke zufolge hat Uwe Mundlos seinen Kameraden Uwe Böhnhardt mit einem aufgesetzten Kopfschuss getötet, berichtet die Nachrichtenagentur dapd. Dann legte Mundlos Feuer und erschoss sich mit derselben Waffe. Dies belege die Tatsache, dass bei der Obduktion nur in der Lunge von Mundlos Rußpartikel des Feuers gefunden wurden, sagte Ziercke.

Insgesamt hatte das Trio bis zu 20 Waffen im Einsatz: Elf entdeckte die Polizei in der Wohnung der Gruppe, die später von Beate Z. in Brand gesetzt wurde. Die übrigen Waffen fanden die Ermittler in dem Wohnwagen, in dem Mundlos und Böhhardt starben.