Geständnis des Angeklagten: Der frühere SS-Mann Heinrich Boere hat vor dem Aachener Landgericht eingeräumt, 1944 drei Zivilisten in den von den Nazis besetzten Niederlanden getötet zu haben.
Der frühere SS-Mann Heinrich Boere hat vor dem Aachener Landgericht gestanden, 1944 drei Zivilisten in den von den Nazis besetzten Niederlanden getötet zu haben. "Ich habe 1944 zu keinem Zeitpunkt mit dem Bewusstsein oder mit dem Gefühl gehandelt, ein Verbrechen zu begehen." Damals habe er die "Repressalmaßnahmen" als notwendig und rechtens erachtet.
Vor dem Landgericht Aachen wird demonstriert, während der Angeklagte im Gerichtssaal ein Geständnis ablegt. (© Foto: dpa)
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"Heute nach 65 Jahren sehe ich das natürlich aus anderem Blickwinkel", erklärte der Angeklagte in einer von seinem Verteidiger am Dienstag verlesenen Erklärung. Als einfacher Soldat habe er gelernt, Befehle zu befolgen.
Der ehemalige SS-Mann muss sich wegen dreifachen Mordes verantworten. 1949 wurde er dafür bereits in Amsterdam in Abwesenheit zum Tode verurteilt, später wurde die Strafe in lebenslange Haft umgewandelt. Diese hatte er jedoch nie verbüßt.
Das Landgericht Aachen hatte Anfang des Jahres die Eröffnung des Prozesses gegen Boere wegen dessen angeschlagener Gesundheit zunächst abgelehnt. Das Oberlandesgericht Köln kam zu einem anderen Schluss. Trotz der schweren Herzerkrankung könne der Prozess stattfinden. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte diese Einschätzung. Wegen des hohen Alters war es wohl die letzte Chance für einen Versuch von Gerechtigkeit.
Oberstaatsanwalt Ulrich Maaß hatte die Mordfälle neu aufgerollt, nachdem diese schon seit 1949 Gerichte und Regierungen beschäftigt hatten. Da kaum noch Zeugen leben, griff der Leiter der nordrhein-westfälischen Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für NS-Verbrechen auf alte Vernehmungsprotokolle zurück.
Demnach hatte das SS-Sonderkommando "Feldmeijer" den jungen Boere rekrutiert. Die Einheit wurde nach Johannes Hendrik Feldmeijer benannt, einem niederländischen Faschisten, der ebenfalls Mitglied in der SS war.
Boere, Sohn eines niederländischen Vaters und einer deutschen Mutter, hatte sich 1940 als 18-Jähriger freiwillig zur Waffen-SS gemeldet und wurde nach zweijährigem Einsatz an der Ostfront dem SS-Sonderkommando "Feldmeijer" zugeteilt.
Dieses Kommando sollte, angeblich auf persönlichen Befehl Hitlers, als Vergeltung für Anschläge auf deutsche Soldaten oder Einrichtungen der Besatzungstruppen Personen erschießen, die vermeintlich mit Widerstandskämpfern sympathisierten. Mehr als 50 Menschen fielen diesen Mordaktionen zum Opfer, die wegen des dabei benutzten Codewortes in den Niederlanden als "Silbertannen-Morde" bekannt wurden.
Bei drei solcher Aktionen soll Heinrich Boere selbst die tödlichen Schüsse abgegeben haben.
Das erste Opfer war laut Anklage am 14. Juli 1944 der Apotheker Fritz Bicknese aus Breda, den der Angeklagte mit einem Komplizen erschoss. Monate später erhielt er dann die Order, den Fahrradhändler Teunis de Groot sowie Frans-Willem Kusters in Voorschoten beziehungsweise Wassenaar zu töten.
Heinrich Boere wurde nach Kriegsende in den Niederlanden inhaftiert, konnte aber 1947 aus dem Polizeigewahrsam fliehen. Bis 1954 hielt er sich in den Niederlanden versteckt, dann kam er zurück nach Deutschland. Ein Sondergericht in Amsterdam verurteilte ihn am 18. Oktober 1949 in Abwesenheit zum Tode, die Strafe wurde später in eine lebenslange Freiheitsstrafe umgewandelt. Boere baute sich unterdessen in Deutschland eine bürgerliche Existenz als Bergmann auf, von der Justiz blieb er lange unbehelligt.
Erst im Jahr 1980 beantragten die Niederlande seine Auslieferung, die verweigert wurde, weil Boere zwar staatenlos ist, aber höchster Rechtsprechung zufolge wie ein deutscher Staatsbürger zu behandeln war, weil er 1943 einen Eid auf Hitler abgelegt hatte. Allerdings nahm die Staatsanwaltschaft Dortmund das niederländische Ersuchen zum Anlass, ein Ermittlungsverfahren gegen Boere einzuleiten.
- NS-Kriegsverbrechen Boere und das Killerkommando 27.10.2009
- Kriegsverbrechen Anklage nach 65 Jahren 09.07.2009
(sueddeutsche.de/AP/dpa/hh/bica/gba)
Reiseknigge: Türkei
ist im nationalen und europäischen Gedächtnis als schlimmes Kriegsverbrechen verankert.
Das gleich entsetzliche Massaker von Treuenbrietzen ist über Jahrzehnte totgeschwiegen worden.
Der Berliner Tagesspiegel hat erstmals vor ca. 3 Jahren darüber berichtet.
Die Staatsanwaltschaft verweigert Ermittlungen, obwohl nachweislich rd. 1000 Zivilisten von der Roten Armee ermordet worden sind.
Vgl. Tagesspiegel vom 31.10.2009
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/PanzerdivisionenSS/2SSPD.htm
Zitat:"Unmittelbar nach der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 erhielt die in Südwestfrankreich stationierte 2. SS-Panzer-Division "Das Reich" unter General Heinz Lammerding (1905-1971) den Marschbefehl zur Invasionsfront nach Norden. Auf ihrem Weg dorthin verübte sie als Vergeltung für den wachsenden französischen Widerstand gegen die deutschen Besatzer massive Kriegsverbrechen an der Bevölkerung. So erhängten am 9. Juni 1944 Mitglieder der 2. SS-Panzer-Division 99 Geiseln in Tulle. Gegen Mittag des darauffolgenden Tags erschienen 120 Angehörige der 3. Kompanie des 1. Bataillons des 4. Regiments dieser Division im 30 Kilometer nordwestlich von Limoges gelegenen Oradour-sur-Glane. In dem Dorf vermuteten sie Kämpfer und ein Waffenlager der Résistance.
Auf Befehl von SS-Obersturmbannführer August Dieckmann (1912-1944) wurden die Dorfbewohner zunächst auf dem Marktplatz zusammengetrieben. Während die Männer, in fünf Gruppen aufgeteilt, in Scheunen erschossen wurden, sperrten die SS-Soldaten Frauen und Kinder in die Dorfkirche ein, die sie anschließend in Brand steckten. Außerhalb des Gebäudes postierte Einheiten erschossen die Frauen und Kinder, die versuchten, dem Feuer zu entkommen. Danach betraten die Soldaten das Kirchengebäude, um die Überlebenden zu erschießen. Nach der Plünerung des Dorfs brannten sie es nieder.
Insgesamt kamen bei dem Massaker 642 Dorfbewohner ums Leben, unter ihnen 245 Frauen und 207 Kinder. Nur wenige Einwohner konnten entkommen."
an denen Soldaten der Siegermächte beteiligt waren, bleiben vmtl. auf ewig ungesühnt.
In Deutschland gibt es offiziell immer noch das "Hindernis" für Staatsanwälte:
Artikel III des Kontrollratsgesetzes Nr. 4 vom 20. Oktober 1945.
Nach diesem Gesetz kann (angeblich?) bis heute nicht gegen Kriegsverbrecher ermittelt werden, die z.B. US-Soldaten oder Rotarmisten waren.
Inwieweit sich dieses Gesetz nicht durch die Wiedererlangung der staatlichen Souveränität erledigt hat, wäre zu überprüfen. Ein weites Feld täte sich für deutsche Staatanwälte auf.
Sei es das Massaker an ca. 1000 Zivilisten durch die Rote Armee am 23.April 1945 in Treuenbrietzen oder das Abknallen von russischen Zwangsarbeitern im westfälischen Plettenberg im Mai 1945 durch amerikanische GIs.
Vermutlich hatten auch die damals siegreichen Soldaten keinerlei Unrechtsbewusstsein.
Wirkliche Gerechtigkeit sieht anders aus.
Die Haelfte von dem was Sie schreiben ist falsch und mit dem Rest kann ich auch nichts anfangen.
Schauen Sie weiter Knopp und lesen Sie bei Hagali, dann haben Sie auch das notwendige fuer diese Republik intus.
@U.T.
Tja gute Verrichtung wuensche ich da, dass aendert trotzdem nichts an den Tatsachen. Die Masse der Freiwilligen duerfte sich aus Abenteuerlust und eben der nicht ganz unbegruendeten Furcht vor bolschewistischen Verhaeltnissen in Europa gemeldet haben.
Der Terror der Nazis richtete sich in erster Linie gegen Minderheiten, die auch in den besetzten Gebieten haeufig genug nicht gut gelitten waren.
Das passt zwar nicht so in das Bild das nach dem Krieg gezeichnet wurde, aber der Widerstand war ueberall eher gering und wurde, anders als gern von den Roten dargestellt, haeufig von den konserativen Kraeften geleistet.
Es ist ja auch nicht so populaer, aber die Opferzahlen der Sowjetbuerger die durch das eigene System zu Tode gebracht wurden uebersteigen wahrscheinlich die Verluste durch den WKII, was die Kriegsfuehrung damals allerdings auch nicht in einem besseren Licht erscheinen laesst.
Also Gruende zum k*tzen gibts wahrlich genug.
...sagt:
"Es wird zu gern vergessen, aber in der Waffen-SS fand sich das erste gesamteuropaeische Freiwilligen-Heer im Kampf gegen die Bolschewisten."
...und ich k*tze.
Was für eine dreiste, braune Frechheit!
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