Nach neuen Zwischenfällen will die Nato ihre Truppenstärke in Südafghanistan verdoppeln. Auch die Taktik soll geändert werden.
Bei der Ausdehnung des ISAF-Einsatzes in Afghanistan will die NATO die Zahl der Soldaten im Süden verdoppeln. Statt der rund 3.000 Soldaten der US-geführten Koalition solle die Zahl der Sicherheitskräfte nach der Übernahme der Verantwortung durch die ISAF im kommenden Monat etwa 6.000 betragen, erklärte Kommandeur David Richards.
Kanadische Soldaten nach der Explosion einer Autobombe in Kandahar (© Foto: Reuters)
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Richards kündigte eine neue Taktik an, die den Belangen der Bevölkerung stärker Rechnung tragen solle. Um einer solchen Aufgabe gerecht zu werden, bedürfe es der Unterstützung der Bevölkerung, betonte er.
Der Generalleutnant sagte, die ausländischen Truppen müssten künftig vorsichtiger fahren, um die Bevölkerung nicht zu verärgern. Dies gelte für alle 9.000 Soldaten unter seinem Kommando. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass die Afghanen den Truppen gleichgültig seien.
Nach einem Verkehrsunfall, in den US-Soldaten verwickelt waren, war es in der vergangenen Woche zu schweren Unruhen in Kabul gekommen. Etwa 20 Menschen kamen ums Leben.
In der südafghanischen Stadt Kandahar sprengte sich am Sonntag ein Selbstmordattentäter in die Luft und riss drei Menschen mit in den Tod. 13 Menschen wurden nach Angaben der Behörden verletzt. Das mutmaßliche Ziel des Autobombenanschlags, Gouverneur Assaddullah Chalid, sei unverletzt geblieben.
Ein nahe gelegenes Café wurde von der Wucht der Detonation zerstört. Auch ein Fahrzeug der internationalen Truppen in Afghanistan, die in der Nähe des Anschlagsortes auf Patrouille waren, wurde laut einem Koalitionssprecher beschädigt.
In der Provinz Sabul im Süden des Landes riegelten internationale und afghanische Truppen ein Dorf ab und lieferten sich ein Feuergefecht mit mutmaßlichen Kämpfern der Taliban.
Die afghanischen Streitkräfte erklärten, es habe auf seiten der Alliierten keine Verluste gegeben. Ebenfalls in Sabul traf ein Sprengsatz ein afghanisches Militärfahrzeug und tötete einen Soldaten. Mutmaßliche Taliban-Kämpfer griffen in der Provinz Nimros in der Nacht einen Kontrollpunkt an und töteten vier Polizisten.
Auch mindestens zwei der Angreifer kamen ums Leben, wie ein Sprecher des Innenministeriums erklärte.
(AP)
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