Neue Enthüllungen heizen die Debatte über den Luftangriff bei Kundus weiter an: Die Bundeswehr-Elitetruppe Kommando Spezialkräfte (KSK) soll an dem Einsatz maßgeblich beteiligt gewesen sein. Die Grünen erheben derweil schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung.
An dem deutschen Befehl zum Luftangriff auf zwei Tanklastzüge in der Nähe der nordafghanischen Stadt Kundus hatte laut einem Zeitungsbericht die Bundeswehr-Elite-Einheit Kommando Spezialkräfte (KSK) maßgeblichen Anteil. Das berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf Bundeswehrkreise und -berichte.
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Ein afghanischer Soldat vor einem der am 4. September 2009 zerstörten Tanklaster nahe Kundus, Afghanistan (Archiv). (© Foto: AP)
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Im deutschen Feldlager Kundus sei demnach der gesamte Einsatz - vom ersten Hinweis eines afghanischen Informanten bis zur abschließenden Entscheidung für das Bombardement - aus einem Kommandostand einer geheimen Einheit namens Task Force 47 (TF47) geführt worden. Diese Task Force bestehe zur Hälfte aus KSK-Soldaten.
Klein wurde von KSK beraten
Während des Einsatzes sei der verantwortliche deutsche Oberst Georg Klein zugleich auch Chef der TF47 gewesen, schreibt die Zeitung weiter. Klein sei von fünf weiteren Offizieren und Unteroffizieren beraten und betreut worden, die allesamt der TF47 angehört hätten, einer von ihnen nachweislich auch der KSK.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte der Zeitung, die Obleute des Verteidigungsausschusses des Bundestages seien am 6. November über die Existenz der Task Force 47 informiert worden. Nach Angaben von Teilnehmern sei über Beteiligung und Rolle der KSK bei dem Einsatz dabei aber nicht weiter informiert worden, berichtete die Bild-Zeitung.
Die Grünen haben derweil den Verdacht geäußert, die Bundesregierung könnte Einfluss auf die Erstellung des Nato-Untersuchungsberichtes genommen haben. Nach Angaben des Grünen-Verteidigungspolitikers Omid Nouripour gegenüber der Berliner Zeitung werde eine der zentralen Fragen des Untersuchungsausschusses sein: "Gab es eine politische Einflussnahme von deutscher Seite, dass der Bericht geglättet wurde?"
Nouripour: Kritik an Guttenberg
Beim Vergleich zwischen dem - bislang nicht veröffentlichten, aber einigen Abgeordneten vorgelegten - Nato-Bericht mit dem Bericht des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) über den Luftangriff nahe Kundus falle auf, "dass aus dem Nato-Papier eine Zurückhaltung spricht, was die klare Bewertung der Verantwortlichkeiten angeht", sagte Nouripour.
Damit sei Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) jedoch nicht entlastet. "Der Nato-Bericht ist trotzdem deutlich genug, um die Nichtangemessenheit des Angriffs festzustellen", urteilte Nouripour. Dies hätte "damals auch Guttenberg merken müssen".
Im Untersuchungsausschuss zu dem Bombardement von Anfang September soll nach dem Willen der Grünen neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch der damalige Kanzleramtsminister und heutige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) aussagen.
Über die Anzahl der Opfer gibt es bislang unterschiedliche Angaben. Ein Untersuchungsbericht der afghanischen Regierung sprach von 30 toten Zivilisten, ein geheimer Nato-Bericht geht von bis zu 142 Toten insgesamt aus.
Opferanwalt fordert Entschädigungsfonds
Nach Angaben des Anwalts der Opferfamilien sind bei dem Angriff mindestens 137 Zivilisten getötet worden. "Wir haben allein 91 Witwen von Opfern des Bombardements und 163 Waisenkinder registriert", sagte Rechtsanwalt Karim Popal der Neuen Presse. Demnach würden seit dem Angriff auch 22 Menschen vermisst. Zudem habe es 20 Verletzte gegeben, sagte Popal.
Popal forderte von der Bundesregierung die Einrichtung eines Entschädigungsfonds. Dass die Bundesregierung eine Entschädigung an die Opfer zahlen wolle, sei eine "weise Entscheidung" gewesen. Allerdings sei einer Witwe in Afghanistan mit der reinen Geldzahlung nicht geholfen. "Die Bundesregierung muss den Opfern der Angehörigen helfen und für sie Zukunftsperspektiven schaffen", sagte Popal.
Die Bundesregierung hat eine finanzielle Entschädigung von Opfern und Hinterbliebenen angekündigt. Außerdem prüft die Bundesanwaltschaft die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den verantwortlichen deutschen Oberst Georg Klein.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(AFP/Reuters/dgr/woja)
Russland unter Putin
Wenn Ihre Erinnerung nicht allzu selektiv funktioniert, werden Sie rekonstruieren können, daß wir neben Afghanistan auch noch ein Engagement im Irak an der Backe hätten, wäre es nach Angie gegangen. Ihr vorauseilender Gehorsam gegenüber Dablju war ja nur noch peinlich und hat an Hämorrhoiden erinnert.
Es liegt mir fern, einen unsäglichen Opportunisten zu verteidigen, aber es geht neben dem, was war, vorrangig um die aktuelle Lage. Und da belieben der Herr Graf mit Vokabeln wie angemessen oder nicht angemessen zu jonglieren. Stellen sich logischerweise die Fragen: Bei wieviel Leichen ist Schluß mit lustig; an welchem Strichcode unterscheiden sich Kriminelle, schwächste Definition Mundräuber, und Taliban voneinander; welche Gewichtung in der Exceltabelle erhält eine Leiche in welchem Bericht (pira hat ja bspw. vertreten, das Rote Kreuz wäre ideologisch verblendet).
Unter Umständen wäre auch noch der Umstand zu klären, ob es sich um einen Bügerkrieg, von außen geschürt und aufgedrängt, handelt. Aber mit der Klärung der naheliegendsten Fragen haben wir wohl vorerst gut zu tun.
jetz tun sie so als gäbe es einen sauberen Krieg, bei dem nach Spielzeitende alle wieder aufstehen.
Don´t touch the trigger if you are not ready to use it.
qco-canaris, ich warte immer noch auf die Auskunft, wer Afghanistan kolonisiert hatte.
Ihre Worte müssten mindestens so sein: "Das Land (seit wann gibt es das Land Afghanistan?) besass weitgehendE StruktureN und selbstständig gewachsenE KultureN (was heisst das?)........".
Welche Kolonisten haben das Terretorium, welches man als Afghanistan bezeichnet, kolonisiert?
.......solch einen Schwulst von Wortkaskaden loszuwerden. Nein Danke. Zu Dicke, zu angeberisch. @Ca-canaris, schin mal probiert, irgendetwas selber auf die Beine zu stellen? Unbekannterweise muss ich annehmen - Nichts. Denn nur solche Leute können solch einen Schwulst von sich geben. Entschuldigung, konnte nicht an mich halten.
Paging