Wenige Stunden vor Beginn des Nato-Gipfels in Istanbul demonstrierten zehntausende Türken gegen die Versammlung und die US-Politik. US-Präsident Bush hat bei einem Kurzbesuch in Ankara seine Unterstützung für einen EU-Beitritt der Türkei bekräftigt.

"Ich denke, dass die EU den Menschen dieses Landes ein Datum für eine eventuelle Aufnahme in die Europäische Union geben sollte", sagte Bush am Sonntag bei einem Treffen mit dem türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan.

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Bush lobte die Türkei als "beispielhaft" für ein muslimisches Land, "das sich zugleich die Demokratie und die Regeln von Freiheit und Rechtsstaat zu Eigen gemacht hat".

Im Mittelpunkt seiner Gespräche in Ankara wenige Stunden vor Beginn des Nato-Gipfels in Istanbul standen türkische Sorgen über kurdische Separatisten im Nordirak, der Kampf gegen den Terrorismus sowie ein stärkeres Engagement der Nato in Afghanistan und im Irak. Nach türkischen Angaben sicherte Bush "konkrete Schritte" gegen die vom Nordirak aus operierenden türkisch-kurdischen Rebellen zu.

Zehntausende Menschen demonstrieren gegen NATO-Gipfel in

Mehrere zehntausend Menschen haben am Sonntag in der türkischen Metropole Istanbul gegen den Nato-Gipfel demonstriert. Die Demonstranten marschierten ohne Zwischenfälle vom Bahnhof Hajdarpasa bis zum Kadikoj-Platz, während hunderte Polizisten und gepanzerte Fahrzeuge den Demonstrationszug sicherten.

Die Menge skandierte Parolen wie "Yankees, geht nach Hause, das ist unser Land" und "USA, Mörder, verlasst den Nahen Osten". Demonstrationsteilnehmer forderten mit Aufschriften auf ihren Hemden: "Bush, komm nicht" und "Die Nato ist eine Kriegsorganisation, die man auflösen muss." Zu der Kundgebung aufgerufen hatten zahlreiche Gewerkschaften und Nicht-Regierungsorganisationen.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zeigte sich unterdessen sicher, dass die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten bei ihrem Treffen in Istanbul Plänen zur Ausbildung der irakischen Armee zustimmen werden.

Die US-Regierung rechne mit einer solchen Übereinkunft, sagte Rumsfeld am Sonntag der britischen BBC. Der Pentagon-Chef traf sich im Vorfeld des Gipfels am Montag und Dienstag mit Kollegen aus mehreren Nato-Mitgliedsstaaten zu Einzelgesprächen, darunter der Türkei und Dänemarks.

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(dpa/AFP)