Nationalismus in Polen Die Angstmacher

Zehntausende Menschen ziehen am Tag der nationalen Unabhängigkeit durch Polen, meist friedlich. Aber in diesem Jahr kamen allein nach Warschau Hunderte, die Rauchkerzen zündeten und "Sieg Heil" grölten.

(Foto: PIETRUS/EPA-EFE/REX/Shutterstock)

Sie wollen raus aus der EU, mögen Pegida und entnehmen ihr Geschichtsbild auch mal einer Fantasy-Saga. Eine Begegnung mit sehr überzeugten polnischen Nationalisten.

Von Florian Hassel und Tim Neshitov

Die Kneipe Reduta in Poznań schenkt gutes polnisches Bier aus, dunkle Sorten gerne auch in bauchigen Gläsern, die aussehen wie Rotweinkelche. Im Sommer lobte eine Touristin das Lokal auf Facebook: Man könne hier "ein Stück polnischer Kultur und Identität genießen". Das Reduta ist ein Rotklinkerkeller, fußläufig zum Rathaus, und die Identitätspflege fällt hier eher martialisch aus: Schwerter an den Wänden, Schlachtengemälde mit Pferden, Fahnen, aufgerissenen Mündern. Historische Poster: "Schlag den Bolschewik!"

Touristen sind willkommen, noch willkommener aber sind polnische Patrioten. ...