Gazastreifen Weitere Verluste für israelische Armee

Israelische Panzer an der Grenze zum Gazastreifen. Durch Granatenbeschuss starben vier Menschen in einem Krankenhaus.

(Foto: dpa)

Bei der "Operation Schutzlinie" im Gazastreifen sind weitere sieben Soldaten getötet worden. Israelische Panzer treffen eine palästinensische Klinik, dabei sterben mindestens vier Menschen.

  • Israel beklagt sieben weitere tote Soldaten. Beim Beschuss eines Krankenhauses im Gazastreifen sterben mindestens vier Menschen, Dutzende weitere werden verletzt.
  • Israels Armee tötet mindestens zehn Hamas-Kämpfer, die durch Tunnel in das Land eindrangen.
  • Erstmals seit drei Tagen wird der Großraum Tel Aviv wieder aus dem Gazastreifen beschossen.

Weitere sieben israelische Soldaten getötet

Bei Gefechten im Gazastreifen sind nach Angaben der israelischen Armee weitere sieben Soldaten getötet worden. "In den vergangenen 24 Stunden wurden sieben IDF-Soldaten bei Kämpfen mit Hamas-Terroristen in Gaza getötet", erklärte das Militär. Damit wurden bislang 25 israelische Soldaten seit Beginn der Kämpfe am 8. Juli getötet.

Mindestens vier Tote bei Angriff auf Klinik im Gazastreifen

Bei einem israelischen Angriff auf ein Krankenhaus im Gazastreifen sind mindestens vier Menschen getötet worden. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza teilte mit, dass die dritte Etage des Hospitals der Märtyrer von Al-Aksa in Dair al-Balah von einer Panzergranate getroffen wurde. Es habe zudem etwa 50 Verletzte gegeben. Weitere Granaten seien in der Umgebung des Krankenhauses eingeschlagen. Vom israelischen Militär war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Israel hat der radikal-islamischen Hamas wiederholt vorgeworfen, Raketen aus Krankenhäusern, Schulen oder Wohnhäusern abzufeuern oder Schutz in den Gebäuden zu suchen.

Seit Beginn der Offensive vor etwa zwei Wochen sind nach Angaben aus Gaza mehr als 550 Palästinenser ums Leben gekommen und 3300 verletzt worden. Bis zu 200 000 Menschen sind nach palästinensischen Angaben in dem abgeriegelten Küstenstreifen auf der Flucht.

Obama "ernsthaft besorgt" über steigende Opferzahlen

US-Präsident Barack Obama hat seine Sorge über die wachsende Zahl von Toten im Gazakonflikt zum Ausdruck gebracht. "Wir sind ernsthaft besorgt über die steigende Zahl getöteter palästinensischer Zivilisten und den Verlust von israelischen Menschenleben", sagte Obama. Er habe Außenminister John Kerry angewiesen, bei seinem derzeitigen Besuch in der Region auf ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten und eine Rückkehr zur im November 2012 vereinbarten Waffenruhe hinzuwirken. Israel habe zwar ein Recht auf Selbstverteidigung, aber der Infrastruktur der Palästinenserorganisation Hamas auch schon "bedeutenden Schaden" zugefügt.

Israels Militär verkündet Tötung von zehn Hamas-Kämpfern

Israelische Soldaten haben am Montag nach Militärangaben mindestens zehn Palästinenser getötet, die vom Gazastreifen aus durch einen Tunnel nach Israel gelangten, um dort einen Anschlag zu verüben. Es habe sich um zwei Terrorgruppen gehandelt, erklärte eine Militärsprecherin. Eine sei von einem Kampfflugzeug angegriffen, die zweite von Soldaten beschossen worden. Über israelische Opfer sagte die Sprecherin nichts. Die radikalislamische Hamas versucht immer wieder, durch die unterirdischen Gänge nach Israel zu gelangen.

Hamas feuert erstmals seit drei Tagen wieder Raketen ab

Erstmals seit drei Tagen haben militante Palästinenser im Gazastreifen wieder den Großraum Tel Aviv mit Raketen angegriffen. Im Stadtzentrum heulten am Montag zweimal in Folge die Warnsirenen. Nach Angaben der Armee wurden zwei Flugkörper von der Raketenabwehr über der Mittelmeermetropole abgefangen.

Zivile Scharfmacher

Sie wollen den "Stall ausmisten" und versprechen der Hamas ein "Ticket in die Hölle". Populisten und National-Religiöse befeuern im israelischen Kabinett den Konflikt mit den Palästinensern. Ein Kommentar von Peter Münch mehr ...

Israel dementiert Entführung von Soldaten durch Hamas

Hamas-Kämpfer haben nach eigenen Angaben einen israelischen Soldaten in ihre Gewalt gebracht. "Der israelische Soldat Schaul Aaron ist in den Händen der Essedin-el-Kassam-Brigaden", sagte ein Sprecher der Brigaden mit dem Kampfnamen Abu Obeida auf Hamas TV. In Gaza kam es daraufhin zu Jubelszenen. Am Sonntagabend widersprach Israels UN-Botschafter Ron Prosor den Hamas-Kämpfern: "Diese Gerüchte sind unwahr", sagte Prosor am Rande einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zum Gaza-Konflikt. Die Essedin-al-Kassam-Brigaden sind der bewaffnete Arm der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas.

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