Nahostkonflikt Palästinenser planen neue Friedensgespräche

Die Palästinenser wollen die Friedensverhandlungen mit Israel wieder aufnehmen. Sie wollen den israelischen Siedlungsbau stoppen und die Freilassung palästinensischer Häftlinge erreichen - und das in nur sechs Monaten.

Die Palästinenser wollen zu Jahresbeginn einen neuen Anlauf wagen und die unterbrochenen Friedensverhandlungen mit Israel wieder aufnehmen.

Es handele sich um eine neue palästinensisch-arabische Initiative, sagte Chefunterhändler Saeb Erekat dem palästinensischen Rundfunk. Eine arabische Delegation solle den Vorschlag im kommenden Monat an die USA sowie Mitglieder des UN-Sicherheitsrates wie China und Großbritannien übermitteln.

Die Initiative sieht laut Erekat vor, die Gespräche an dem Punkt wieder aufzunehmen, an dem sie vor zwei Jahren abgebrochen wurden. Die Palästinenser hatten sich damals geweigert, die Verhandlungen vor dem Hintergrund der Siedlungstätigkeit Israels zu führen. Alle Versuche zu einer Wiederbelebung des schwierigen Prozesses blieben bislang erfolglos.

Die Verhandlungen sollen nach Erekats Angaben höchstens sechs Monate dauern. Ziel ist unter anderem die Freilassung palästinensischer Häftlinge, ein israelischer Siedlungsstopp und einem Ende der Besatzung.

EU drängt auf Neustart der Gespräche

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte bereits vergangenen Monat angekündigt, er wolle sich nach der Anerkennung Palästinas als UN-Beobachterstaat um neue Verhandlungen mit Israel bemühen.

In Israel stehen allerdings am 22. Januar Parlamentswahlen an. Bis zur Bildung einer neuen Regierung wird nicht mit der Möglichkeit neuer Gespräche gerechnet.

Die EU drängte am Montag auf einen Neustart des Friedensprozesses im Nahost-Konflikt. "Es ist dringend notwendig, von Israelis und Palästinensern eine Rückkehr zu Verhandlungen zu erreichen", sagte der britische Außenminister William Hague in Brüssel.