Nahostkonflikt Neun Fakten über den Alltag im Gazastreifen

Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen wurde am 29. Juli von einer israelischen Bombe getroffen.

(Foto: AP)

Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen ist durch israelischen Beschuss zerstört worden. Bereits zuvor hatten die Bewohner dort täglich nur wenige Stunden Strom. Zahlen und Fakten über den Alltag in einem Landstreifen, wo sich die Lebensumstände stark von jenen in Israel oder Deutschland unterscheiden.

Von Benedikt Becker und Lara Gruben

Im Nahen Osten sind in den vergangenen Wochen etwa 1100 Menschen ums Leben gekommen. Die allermeisten Opfer gab es im Gazastreifen, einem sechs bis zwölf Kilometer breiten und 40 Kilometer langem Landstreifen am Mittelmeer. Warum so viele der getöteten Palästinenser Kinder sind und wieso Israel entscheidet, wann in Gaza das Licht aus geht, erklären die folgenden Fakten:

  • Größe und Bevölkerungsdichte des Gazastreifens sind grob vergleichbar mit dem New Yorker Stadtteil Bronx. Im Gazastreifen leben 1,8 Millionen Menschen auf 360 Quadratkilometern.
  • Die Bevölkerung im Gazastreifen ist extrem jung: Laut CIA sind 43,2 Prozent der Bewohner jünger als 15 Jahre. In Deutschland liegt dieser Wert laut statistischem Bundesamt bei 14 Prozent. Während 21 Prozent der Deutschen älter als 65 Jahre ist, liegt die Vergleichszahl im Gazastreifen nur bei 2,6 Prozent.
  • Zwei Drittel aller Konsumgüter werden durch illegale Tunnel in den Gazastreifen geschmuggelt, berichtet National Geographic. Es soll laut Al Jazeera mehr als 500 Tunnel geben. Durch diese Tunnel werden laut Al Jazeera pro Jahr Waren im Wert von etwa 500 Millionen Euro in den Gazastreifen gebracht. Geschmuggelt wird so ziemlich alles: von Baumaterial und Lebensmitteln bis zu Medikamenten und Kleidung, von Treibstoff und Computern bis zu Vieh und Autos - und Waffen.

Ein palästinensischer Schmuggler überquert in einem Tunnel die Grenze von Gaza nach Ägypten.

(Foto: REUTERS)