Nahostkonflikt Israels Armee fliegt Luftangriff auf Hamas-Lager im Gazastreifen

Der Einsatz gilt einem Trainingscamp der radikalislamischen Hamas-Bewegung: Kurz nach einer Raketenattacke aus dem Gazastreifen fliegt Israels Luftwaffe einen Gegenangriff.

Israels Luftwaffe hat nach Raketenangriffen militanter Palästinenser ein Ziel im nördlichen Gazastreifen bombardiert. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv bestätigte den Luftangriff. Nach Angaben der im Gazastreifen herrschenden Hamas wurde ein Trainingszentrum militanter Palästinenser von einer Rakete getroffen. Das Lager sei zum Zeitpunkt des Angriffs aber leer gewesen, weshalb es keine Opfer gegeben habe.

In der Nacht hatte das Abwehrsystem Iron Dome über der israelischen Küstenstadt Aschkelon eine Rakete abgefangen. Eine weitere Rakete sei offenbar im Umkreis der Stadt eingeschlagen, sagte die Sprecherin. Bereits am Sonntag war eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Mörsergranate auf israelischem Gebiet eingeschlagen.

Die Palästinenserbewegung Hamas regiert seit 2007 im Gazastreifen. Der Landstreifen an der Mittelmeerküste wird von Israel seit der Machtübernahme durch die Islamisten noch strenger abgeschottet als zuvor.

Die Raketenangriffe kamen nur wenige Stunden nach der Entscheidung Israels, eine Gruppe von 26 palästinensischen Langzeithäftlingen aus dem Gefängnis zu entlassen. Insgesamt sollen im Verlauf der Ende Juli unter US-Vermittlung wieder aufgenommenen Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern mehr als 100 Häftlinge freikommen.

Eine erste Gruppe von 26 Palästinensern war Mitte August auf freien Fuß gesetzt worden. Angesichts mehrerer Anschläge im Westjordanland fordern konservative israelische Politiker jedoch, keine weiteren Häftlinge freizulassen.

Unterdessen hat die Regierung in Jerusalem angekündigt, erstmals seit anderthalb Jahren am Dienstag wieder an einer Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf teilzunehmen. Israel boykottiert das Gremium, seitdem der Rat im März 2012 eine unabhängige Untersuchung zu den Auswirkungen des israelischen Siedlungsbaus in den besetzten Gebieten in Auftrag gab.

Alle UN-Mitgliedsstaaten müssen sich regelmäßig einer Überprüfung durch den Menschenrechtsrat unterziehen. Wegen des Ausbaus der Siedlungen in Ostjerusalem und im Westjordanland steht Israels Regierung bereits seit Jahren international in der Kritik. Die israelische Regierung kritisiert jedoch, dass ihre Politik überdurchschnittlich oft Gegenstand des Menschenrechtsrates ist. Außerdem gebe es eine Reihe parteiischer Resolutionen im Rat. "Wir wollen einfach so wie andere Länder behandelt werden", sagt ein ranghoher Regierungsvertreter.