Nahostkonflikt Israel schickt Reservisten nach Hause

Hoffnung in Nahost: Am zweiten Tag der Waffenruhe im Gaza-Konflikt schickt die israelische Armee 27 000 Reservisten nach Hause. Unterdessen laufen in Kairo Verhandlungen über eine Verlängerung der Waffenruhe - mit Option auf mehr.

  • Israel schickt am zweiten Tag der Waffenruhe etwa 27 000 Reservisten nach Hause.
  • Verhandlungen über eine Verlängerung des Waffenstillstands haben in Kairo begonnen. Dabei vermittelt Ägypten zwischen Verhandlungsführen Israels und Palästinas.
  • Wiederaufbaukosten für Gazastreifen belaufen sich nach Schätzungen auf sechs Milliarden Dollar.
  • Israel meldet einen Ermittlungserfolg: Der mutmaßliche Entführer dreier israelischer Jugendlicher soll die Tat gestanden haben.

Israel schickt Reservisten nach Hause

Am zweiten Tag der Waffenruhe im Gaza-Krieg hat Israel etwa 27 000 Reservisten wieder nach Hause geschickt. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv bestätigte, es seien nun noch 55 000 Reservisten im Einsatz. Insgesamt hatte Israel nach Armeeangaben für die Offensive 82 000 Reservisten mobilisiert. Zu Beginn der Waffenruhe am Dienstag hat Israel seine Truppen aus dem Gazastreifen auf Verteidigungspositionen in Grenznähe abgezogen.

Verhandlungen über Verlängerung der Waffenruhe

Unterdessen finden in Kairo indirekte Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand statt, wobei Ägypten die Vermittlerrolle übernommen hat. Israel fordert als Voraussetzung für einen Waffenstillstand eine vollständige Entwaffnung der Hamas, die palästinensische Seite dagegen ein Ende der Blockade des Gaza-Streifen, sowie einen international finanzierten Wiederaufbau des Gazastreifen. Für die Wiederherstellung der zerstörten Infrastruktur werden schätzungsweise sechs Milliarden Dollar benötigt. Im Septenmber ist nach Angaben eines palästinensischen Regierungsvertreter eine Geber-Konferenz geplant, um Mittel für den Wiederaufbau des Gaza-Streifen einzuwerben.

Die USA werden nach Angaben der Regierung in Washington vermutlich am Abend an den Gesprächen über eine dauerhafte Nahost-Waffenruhe teilnehmen.

Mutmaßlicher Organisator der Entführung in Haft

Knapp zwei Monate nach der Entführung und Tötung von drei jüdischen Schülern im Westjordanland hat Israel die Festnahme eines Verdächtigen bekanntgegeben. Der 40-jährige Palästinenser aus Hebron wurde bereits am 11. Juli gefasst. Dies geht aus jetzt veröffentlichten Gerichtsakten hervor.

Wie das israelische Nachrichtenportal ynet berichtet, wurde der Mann im Haus eines Verwandten nahe Jerusalem durch eine Spezialeinheit festgenommen.

Das Geständnis

Dem Gericht zufolge gestand der Mann, die Entführung organisiert zu haben. Er habe Geld von der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen erhalten, Waffen gekauft und diese an zwei Verdächtige weitergegeben, die die Tat ausgeführt hätten. Ob die Hamas-Führung das Verbrechen tatsächlich in Auftrag gab, ist aber weiter umstritten. Die Verteidiger des 40-jährigen Palästinensers waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Die beiden mutmaßlichen Mittäter sind noch immer auf der Flucht.

In seinem Geständnis gab der 40-Jährige ynet zufolge zudem an, seinen Komplizen nach der Tat bei der Flucht geholfen zu haben. Das Stück Land, auf dem die Leichen der drei israelischen Jugendlichen verscharrt worden waren, hatte der Mann erst zwei Monate vor der Tat gekauft.

Die dramatischen Auswirkungen der Tat

Die drei Schüler im Alter zwischen 16 und 19 Jahren wurden seit dem 12. Juni vermisst. Ihre Leichen wurden Wochen später gefunden. Die Tat führte im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern zu einer Eskalation der Gewalt.

In dem jüngsten Konflikt kamen nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums bislang mehr als 1860 Menschen ums Leben, knapp 10.000 wurden verletzt. Nach UN-Angaben waren acht von zehn toten Palästinensern Zivilisten. Auf israelischer Seite wurden 64 Soldaten und drei Zivilisten getötet. Etwa 100 verletzte Soldaten werden noch in Krankenhäusern behandelt.