Nahostkonflikt Hamas-Führer Meschaal spricht in einem Interview über Verhandlungen mit Israel

  • Arabische und türkische Medien hatten von Gesprächen zwischen der Hamas und Israel berichtet, jetzt bestätigt dies Hamas-Führer Chaled Meschaal.
  • Ziel soll eine dauerhafte Waffenruhe sein.
  • Die Palästinensische Autonomiebehörde fürchtet eine Trennung von Westjordanland und Gazastreifen.

Hamas-Führer Chaled Meschaal hat erstmals von Kontakten mit Israel mit dem Ziel einer dauerhaften Waffenruhe berichtet. "Bislang scheinen die Kontakte positiv, allerdings haben wir noch keinerlei Abkommen erreicht", sagte Meschaal der arabischen Nachrichtenseite Al-Arabi Al-Dschadid. Israel hat Berichte über direkte Gespräche mit der radikalislamischen Palästinenserorganisation, die den Gazastreifen beherrscht, bislang stets dementiert.

Arabische und türkische Medien hatten zuerst von Geheimkontakten berichtet, wonach die Hamas im Gegenzug für das Ende der Blockade des Gazastreifens alle Attacken auf Israel einstellen wolle. Die Palästinensische Autonomiebehörde im Westjordanland warf der Hamas bereits vor, durch die Gespräche mit Israel die dauerhafte Trennung von Westjordanland und Gazastreifen zu besiegeln und die Schaffung eines Palästinenserstaates mit beiden Gebieten zu torpedieren.

Hamas-Führer Meschaal, der im Exil lebt, sagte in dem Video, er sei offen für alle Bemühungen um eine Lösung des "Gaza-Problems". Allerdings dürfe diese nicht auf Kosten eines gemeinsamen palästinensischen Staates mit beiden Gebieten gehen. Zugleich sagte er, die Gespräche mit Israel über eine Waffenruhe seien "geographisch auf den Gazastreifen begrenzt". Neben dem Ende der israelischen Blockade gehe es auch um den Wiederaufbau sowie um die Eröffnung eines Hafens und Flughafens in dem schmalen Küstenstreifen.

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