Nahostkonflikt Amnesty International wirft Israel Kriegsverbrechen vor

  • Während des Krieges im Gazastreifen wurden 2100 Palästinenser und 70 Israelis getötet - nun erhebt Amnesty International schwere Vorwürfe gegen die israelische Armee.
  • Die israelische Armee soll Gebäude bombardiert haben, ohne Bewohner zuvor zu warnen. Bei einem Angriff starben 36 Menschen.

Israel soll Kriegsvölkerrecht "schamlos" missachtet haben

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft Israel vor, im Gaza-Konflikt Kriegsverbrechen begangen zu haben. Israel habe "schamlos das Kriegsvölkerrecht missachtet", erklärte Philip Luther, Direktor des Nahost- und Nordafrika-Programms bei Amnesty International, in einer Mitteilung.

Für den Bericht mit dem Titel "Familien unter Geröll" untersuchte die Menschenrechtsorganisation acht Fälle, in denen Häuser von Palästinensern in Gaza angegriffen wurden. Bei den Angriffen seien mindestens 111 Personen, davon mindestens 104 Zivilisten, getötet worden, schreibt die Organisation. In einigen Fällen seien zwar mögliche militärische Ziele ausgemacht worden. Doch die verursachte Zerstörung stehe nicht im Verhältnis zum militärischen Vorteil. In allen untersuchten Fällen habe die israelische Armee keine vorherigen Warnungen ausgegeben. Die israelischen Streitkräfte wollen sich im Laufe des Mittwochs zu den Vorwürfen äußern. Der isaelische Außenminister, Avigdor Lieberman wies die Vorwürfe zurück. Amnesty International habe die Kriegsverbrechen außer Acht gelassen, die die Hamas in der Vergangenheit begangenen habe.

Bombenangriff forderte 36 Tote, darunter 18 Kinder

"Plötzlich ist das ganze Haus über uns zusammengebrochen. Ich hatte vier Kinder bei mir, meine drei Töchter und die Tochter meines Sohnes. Sie sind alle tot. Ich habe geschrien: 'Rettet die Kinder, rettet sie, lasst mich hier, holt nur sie raus.'" So beschreibt Hana' al-Najjar die Nacht, als eine Bombe in das Gebäude einschlug, in dem sie zu der Zeit wohnte. 36 Menschen starben, darunter 18 Kinder.

Dem Bericht zufolge hatte Israel keinerlei Warnung ausgegeben, dass das Haus bombardiert werden sollte. Auch eine Begründung für den Angriff habe es bisher nicht gegeben. Hana' al-Najjar verlor bei dem Angriff auch ihren Mann. "Ich habe nichts mehr", sagte sie Amnesty International.

2100 Palästinenser und 70 Israelis starben im Krieg

Während des 50-tägigen Gaza-Krieges im Sommer waren mehr als 2100 Palästinenser und mehr als 70 Israelis getötet worden. Militante Palästinenser hatten mehr als 4500 Raketen und Geschosse auf Israel abgefeuert. Die israelische Armee griff mehr als 5000 Ziele in dem Küstenstreifen am Mittelmeer an.

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