Sie ist die derzeit mächtigste Frau der USA und sie macht von ihrer Macht Gebrauch. Nancy Pelosi nimmt Kontakt mit einem Land auf, das für ihren Präsidenten zur Achse des Bösen gehört. Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses traf sich mit Syriens Staatsoberhaupt Assad. Und überbrachte ihm ein Angebot aus Israel.

Pelosi, die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, führte in Damaskus Gespräche mit Syriens Präsident Baschar el-Assad. Bei dem Treffen ging es um die Friedensbemühungen im Nahen Osten. Dabei habe sie ein Angebot Israels zu Friedensgesprächen übermittelt, teilte Pelosi in Damaskus mit. Pelosi sprach von "einer guten Unterredung" und erklärte, sie habe auch die Unterstützung Syriens für die radikal-islamische Hamas und Hisbollah angesprochen.

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Sie sprechen miteinander, aber halten doch deutlich Abstand: Die Amerikanerin Nancy Pelosi und der Syrer Baschar el-Assad (© Foto: dpa)

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US-Präsident George W. Bush hatte Pelosi vorgeworfen, mit ihrer Syrien-Reise der Außenpolitik der USA zu schaden. Sie untergrabe damit die Bemühungen, die Regierung in Damaskus zu isolieren. Die USA hatten nach der Ermordung des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri im Februar 2005 einen Boykott gegen Syrien verhängt. UN-Ermittler sehen den syrischen Geheimdienst in den Mordfall verwickelt.

Pelosi weist Bushs Kritik zurück

Bush Nach einem Bericht der amtlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana wollten Pelosi und Assad die "Beziehungen zwischen Syrien und den USA sowie regionale Fragen" besprechen. Zuvor hatte Pelosi Außenminister Walid Muallem und Vize-Präsident Faruk el-Schareh getrennt voneinander gesprochen. Begleitet wurde die Demokratin Pelosi von mehreren Abgeordneten des US-Kongresses.

"Delegationen zu entsenden, funktioniert nicht", erklärte Bush am Dienstag. Stattdessen entstehe für Assads Regierung der falsche Eindruck, sie gehöre "der Mitte der internationalen Gemeinschaft" an. Pelosi wies die Kritik des Weißen Hauses zurück.

Ziel des Besuches sei vielmehr, einen Dialog anzukurbeln und Einfluss auf die syrische Politik zu nehmen. Die Delegation ist die ranghöchste amerikanische in Syrien seit der Verschlechterung der bilateralen Beziehungen vor vier Jahren.

Der Ruf nach neuen diplomatischen Kontakten wird in den USA in beiden großen Parteien lauter. Hintergrund ist auch die Hoffnung auf eine Rolle Syriens bei der Bewältigung der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten. In der vergangenen Woche besuchten bereits mehrere Abgeordnete des Repräsentantenhauses Damaskus, um ihre Forderung nach einem Dialog mit der syrischen Regierung zu unterstreichen.

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