Ein Kommentar von Christiane Schlötzer

Israel und die Hamas wollen angeblich von Donnerstag an nicht mehr gegeneinander kämpfen. Die Vereinbarung über die Waffenruhe soll in mehreren Schritten umgesetzt werden. Das ist noch kein Frieden, aber ein Zeichen der Hoffnung nach langer Finsternis.

Seit einem Jahr kommen nur Schreckensnachrichten aus dem Gaza-Streifen. Seit die Hamas dort im Juni 2007 die Macht übernahm, trägt die Bevölkerung die Last der israelischen Blockade - und im Gegenzug lassen die Islamisten Raketen auf Israel regnen. Jetzt gibt es die ersten gute Botschaft für Gaza.

Israel, Palästinenser

Siedler protestieren in der Nähe des Gazastreifens. (© Foto: AFP)

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Sie kommt aus Ägypten, wo sich in den letzten Wochen Vermittler um eine Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel bemühten. Und dies offenbar mit erstem Erfolg. Die Hamas ist bereit, von Donnerstag an die Kämpfe einzustellen. Israel zeigt sich zwar noch skeptisch, aber es gibt Zeichen der Hoffnung nach langer Finsternis.

Beide Seiten könnten derzeit eine Atempause gut gebrauchen. Israels Regierungschef Ehud Olmert kämpft um sein politisches Überleben. Eine Befreiung des am 25. Juni vor zwei Jahren von militanten Palästinensern entführten Soldaten Gilad Schalit würde dem Ansehen des Premiers gewiss guttun. Schalits Heimkehr aus Gaza soll jetzt Teil der Vereinbarung sein. Aber auch die Hamas will ihren Anteil: Die Gaza-Grenze soll wieder durchlässiger werden. Die Hamas braucht diesen Erfolg, weil auch ihre Anhänger langsam die Geduld verlieren.

Noch andere Nachrichten ließen aufhorchen. Ein Vertreter von Palästinenserpräsident Machmud Abbas reiste nach Gaza, um erstmals wieder Chancen für eine Versöhnung der verfeindeten Palästinenserparteien Hamas und Fatah auszuloten. Und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy möchte im Juli in Paris einen historischen Händedruck von Olmert mit Syriens Präsident Baschar al-Assad organisieren. Viele ziehen derzeit am Knoten in Nahost, aber nur so könnte er sich lösen.

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(SZ vom 18.06.2008/vw)