Nahostkonflikt Israel fliegt Luftangriffe auf den Gaza-Streifen

Die Lage in Nahost bleibt nach dem Verschwinden von drei israelischen Jugendlichen äußerst angespannt. Als Reaktion auf palästinensische Raketen beschießt Israels Luftwaffe den Gaza-Streifen.

  • Die israelische Luftwaffe fliegt Angriffe auf den Gaza-Streifen - als Reaktion auf fünf Raketen, die zuvor in Richtung Israel abgefeuert wurden.
  • Ein Kind stirbt. Israel und die Palästinenser machen sich gegenseitig verantwortlich.
  • Palästinensische Häftlinge beenden Hungersteik

Nach Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen haben israelische Kampfflugzeuge das Palästinenser-Gebiet angegriffen. Es seien fünf versteckte Raketenabschussvorrichtungen im Norden des Gaza-Streifens beschossen worden. Außerdem sei ein Gebäude, in dem Waffen hergestellt würden, im Süden des Gebiets bombardiert worden, teilte ein Sprecher der israelischen Armee mit.

Bei einer Explosion wurde Angaben der palästinensichen Sicherheitskräfte zufolge ein dreijähriges Mädchen getötet und drei Familienmitglieder verletzt. Die Palästinenser machten Israel dafür verantwortlich. Israel bestritt, das Haus angegriffen zu haben und erklärte, eine Rakete palästinensischer Extremisten sei abgestürzt und in dem Gebäude eingeschlagen.

Insgesamt hätten Palästinenser fünf Raketen auf Israel abgefeuert. Zwei Raketen habe das Militär abgeschossen, eine Rakete sei auf unbewohntes Gebiet gestürzt und zwei Geschosse seien noch im Gazastreifen eingeschlagen.

Lage im Nahen Osten äußerst angespannt

Israel wirft der radikal-islamischen Hamas vor, drei Jugendliche entführt zu haben. Bei der Suche nach den im Westjordanland vermissten Religionsschülern geht die Armee derzeit verstärkt gegen Extremisten vor. Dabei sollen bis zu sechs Palästinenser getötet worden sein. Mehr als 350 Menschen wurden festgenommen. Militante Palästinenser-Gruppen kündigten Vergeltung dafür an.

Palästinensische Häftlinge beenden Hungerstreik

Mehr als 60 palästinensische Gefangene in israelischen Gefängnissen haben ihren Hungerstreik beendet. Dies teilte einer ihrer Anwälte der Nachrichtenagentur AFP mit. Es gebe eine entsprechende Einigung mit den israelischen Strafvollzugsbehörden. Die 63 Palästinenser wollten mit ihrer Aktion gegen ihre Inhaftierung protestieren und ihre Freilassung oder ein sofortiges ordentliches Gerichtsverfahren erzwingen.

Insgesamt waren Ende April mehr als hundert Gefangene in den Hungerstreik getreten. Die meisten teilnehmenden Palästinenser werden unter der sogenannten Verwaltungshaft gehalten. Diese aus dem Kolonialrecht der britischen Mandatszeit in Palästina (1920-1948) übernommene Prozedur erlaubt die unbegrenzte Gefangenhaltung von Menschen ohne Anklage und Gerichtsverfahren, solange alle sechs Monate ein Richter die Verlängerung erlaubt. Von den etwa 5000 Palästinensern in israelischen Gefängnissen befinden sich knapp 200 in Verwaltungshaft.